Leezener Au: Naturschutz ohne Verlierer
Niederung der Leezener Au bietet einmalige ökologische Vielfalt.
Leezen/Kükels - Wenn Dr. Cordelia Wiebe durch die Niederungslandschaft der Leezener Au stapft, dann fühlt sie sich gut. Natur pur. Himmlische Ruhe, die nur von Vogelgezwitscher unterbrochen wird. Dann fühlt und sieht sie, dass ihre Arbeit (und die diverser Partner) Früchte trägt. Die Diplom-Biologin ist seit 14 Jahren Geschäftsführerin der Kieler Schrobach-Stiftung, die in diesem 311 Hektar großen Flora-Fauna-Habitat, einem besonders schützenswerten Landstrich, seit 2005 etwa 180 Hektar gekauft hat, um sie der Natur "zurückzugeben".
"Diese Niederung ist eines der wertvollsten Feuchtgebiete des Landes", sagt die gebürtige Norderstedterin Cordelia Wiebe.
Artenreiche Feuchtwiesen
Mit Claus Fahrenkrog, dem Vorsteher des Gewässerpflegeverbandes Mözener Au, Naturschutzvereinen und Behörden arbeitet Cordelia Wiebe eng zusammen. "Allein kann man nichts bewirken", weiß sie. Und schon gar nicht gegen die Interessen der Bauern, die hier Land haben. Einvernehmen herstellen ist ihr Motto. Wiebe hat hier Partner gesucht, die geholfen haben, die 180 Hektar in Stiftungshand zu bekommen, um sie naturnah zu entwickeln. Hier wird nicht mehr gedüngt, gespritzt und fast gar nicht mehr beweidet. Maschinelles Mähen ist eh nicht drin! Die Beweidung ist nur extensiv möglich, aber auch nötig. Das Gebiet ist sehr feucht. "Neben dem der Treene-Niederung haben wir hier das größte zusammenhängende Feuchtgrünland Schleswig-Holsteins", sagt sie. Es besteht aus unterschiedlichsten Vegetationstypen, großenteils aus "artenreichen bunten Feuchtwiesen, wie man sie von früher kennt".
Schwierige Einigung
Seit 2005 kauft die Stiftung hier Flächen oder bietet den Eigentümern Ersatzland an. Meist sehr viel besseres. Die Niederung, die eine Fläche von 6600 Hektar in den Mözener See entwässert, ist inzwischen ein Kleinod. Da offene Gewässer fehlen, will die Stiftung einen Teilbereich richtig vernässen, um mehr Amphibien anzusiedeln. Bisher gibt es vor allem den Moorfrosch, aber auch den Grasfrosch. Außerdem soll eine Staustufe in der Au durch eine Sohlgleite ersetzt werden, so dass Wassertiere das bisherige Hindernis überwinden können. Und die früheren Altarme der Leezener Au, die im Laufe der vergangenen Jahrzehnte parallel zur Begradigung des Baches trockengelegt wurden, würde sie gern wieder freilegen und an die Au anbinden.
www.schrobach-stiftung.de
Die Au in Zahlen
6600 Hektar Land werden über die Leezener Au in den Mözener See entwässert. Dass dies stets funktioniert und kein landwirtschaftlich genutztes Land leidet - zum Beispiel durch Überflutung - ist eine Aufgabe des Gewässerpflegeverbandes.
311 Hektar umfasst das Fauna-Flora-Habitat-Gebiet der "Leezener Auniederung und Hangwälder".
180 Hektar davon hat die Schrobach-Stiftung inzwischen in ihrem Besitz. Um dies zu erreichen, hat sie auch mit dem Landesamt für Landwirtschaft, Umwelt und Ländliche Räume (Itzehoe) sowie den Gemeinden Leezen, Kükels und Mözen eng zusammengearbeitet. Finanziert wurden die Maßnahmen nicht allein von der Stiftung, sondern auch vom Land und von der Europäischen Union bezuschusst.

Großer Klappertopf: Er war 2005 "Blume des Jahres".
Kuckuckslichtnelke: Ihre Blüte und der Kuckucksruf sind zeitgleich.
Schlangenknöterich: Wird manchmal auch "Zahnbürste" genannt.
Sumpfvergissmeinnicht: Es wächst am Rand nährstoffreicher Gewässer.
Foto ganz oben: Claus Fahrenkrog vom Gewässerpflegeverband Mözener Au ist für deren Wasserführung zuständig
27.05.2011, PK
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