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Tipps für das entspannte Wandern

Freizeit

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Tipps für das entspannte Wandern

Bergwelt hautnah: Hochalpines Wandern liegt voll im Trend. Immer mehr Naturfreunde begeistern sich für diese Sportart. Im Interview verrät Extrem-Bergsteiger Hans Kammerlander, worauf es beim Wanderspaß ankommt.

 

 

Duftende Wiesen, Wasserfälle, steile Felshänge, herrlich unberührte Natur - die Bergwelt ist schon faszinierend.  Aber Achtung: Wenn man als Flachländer in luftigen Höhen auf Wandertour gehen will, ist das für den Körper eine große Herausforderung.  Umso wichtiger ist deshalb die richtige Vorbereitung des Ausflugs ins Gebirge.  Hans Kammerlander, einer der erfolgreichsten Extrem-Bergsteiger der Welt, erklärt Neulingen die ersten Schritte.   

Benötigt man spezielle Schuhe zum Wandern?  
Hans Kammerlander: Ja, die braucht man.  Allerdings würde ich nicht mehr auf die alten, schweren Wanderstiefel von früher setzen, sondern die neuen, leichten Trekkingschuhe empfehlen.  In denen ist man viel geschickter unterwegs.  Auf jeden Fall sollten die Schuhe bis über den Knöchel reichen, damit man auch auf unebenem Gelände nicht umknickt.  Weiter sollte man darauf achten, dass sie nicht zu eng sind, sondern eher eine Nummer größer wählen, damit man auch beim Bergabgehen mit den Zehen nicht vorne anstößt.  

Was zieht man sonst noch für die Bergtour an?  
Kammerlander: Ganz wichtig ist die erste Schicht am Körper: die Funktionsunterwäsche.  Darüber empfiehlt sich eine leichte Vliesjacke und - nicht vergessen - die regenfeste Goretex-Jacke.  Was die Hosen anbelangt finde ich persönlich, dass elastische Hosen enorme Vorteile haben.  Aber das sollte jeder selbst ausprobieren.  

Braucht man Wanderstöcke?  
Kammerlander: Ich würde den Leuten unbedingt Stöcke empfehlen.  Die entlasten die Gelenke, den Rücken und die Bandscheiben - vor allem beim Absteigen.   

Was gehört in den Rucksack?  
Kammerlander: Zunächst dies: Es macht keinen Sinn, den Rucksack mit Proviant vollzustopfen.  Dadurch wird er nur zu schwer, und das macht müde.  Ein Rucksack sollte leicht sein und funktionell.  Was gehört also da rein?  Als Proviant etwas Obst, ein Apfel oder eine Banane, ein paar Energieriegel und eine Trinkflasche mit Wasser oder Schorle.  Außerdem Taschenmesser, Sonnencreme, Sonnenbrille, leichte Handschuhe und eine Mütze.  Wir sind schließlich auf dem Berg, und da kann das Wetter immer mal umschlagen.  Für den Notfall sollte man außerdem Verbandszeug und eine Rettungsdecke dabeihaben.   

Wie fit muss man für eine Bergtour sein?  
Kammerlander: Bergwandern kann jeder, man muss nur die Wanderstrecke an die eigene Fitness anpassen.  Es bringt nämlich nichts, sich am Anfang gleich einen Dreitausender vorzunehmen.  Stattdessen sollte man sich Touren aussuchen, bei denen man noch Reserven hat und auch die Landschaft genießen kann.   

Mit wem sollte man auf den Berg gehen?  
Kammerlander: Beim alpinen Wandern über 2500 Meter sollten Anfänger nur mit erfahrenen Bergsteigern gehen.  Beim Wandern in der Gruppe muss man bereit sein, sich im Tempo an die Schwächsten anzupassen.  Sonst zerreißt es die Hinteren, und das bringt gar nichts.  

Was ist beim Wandern mit Kindern zu beachten?  
Kammerlander: Beim Wandern mit Kindern gilt: Der Weg ist das Ziel, nicht der Gipfel.  Sonst nimmt man den Kleinen den Spaß.  Deshalb sollte man einfache Touren aussuchen, die viel Abwechslung bieten - mit Bächen, Tälern und Wiesen, wo sie spielen können.  Dann haben die Kinder auch Freude.  

Gibt es sonst noch Dinge, die wir Flachländer übers Bergwandern wissen sollten?  
Kammerlander: Ja - man sollte grundsätzlich jede Tour gut vorbereiten.  Karten über den Routenverlauf anschauen, sich gut informieren und - ganz wichtig - Wettervorhersagen beachten.  Denn das Wetter ist beim Bergwandern der größte Feind.  Je nachdem, in welcher Höhe man sich gerade befindet, kann es innerhalb von wenigen Minuten umschlagen.  Und das kann richtig gefährlich werden.  Wenn Sie an Hütten vorbeikommen, gehen Sie zum Wirt.  Fragen Sie ihn nach dem Wetter und wie lange der gewählte Weg von dort noch dauert.  Ganz wichtig: Man sollte jederzeit bereit sein, die Bergtour abzubrechen.


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Extrem-Bergsteiger Hans Kammerlander  

Er zählt zu den besten und erfolgreichsten Bergsteigern der Welt: Hans Kammerlander.  Der 55-jährige Südtiroler hat 13 der 14 Achttausender bestiegen - viele davon gemeinsam mit Reinhold Messner. 

Legendär ist auch sein Aufstieg über die Nordwand zum Mount Everest, dem höchsten Berg der Erde: Den hat er in 16 Stunden und 40 Minuten geschafft, was bis heute die schnellste Besteigung ist.  Doch damit nicht genug: Den Abstieg vom Everest absolvierte er als erster Mensch mit Skiern - ebenfalls über die Nordwand.  Das war 1996.   

Weitere Eintragungen in seinem Tourenbuch: über 2500 Klettertouren, 50 Erst- und 60 Alleinbegehungen großer Alpenwände im sechsten Schwierigkeitsgrad. 

Seit 2009 ist Kammerlander unterwegs, um auf allen Kontinenten die sieben jeweils zweithöchsten Gipfel zu besteigen.  "Weil mir die höchsten Berge als Modeberge inzwischen zu überlaufen erscheinen und die zweithöchsten meist auch viel höhere Schwierigkeitsgrade aufweisen", meint der Profi-Bergsteiger.


www.kammerlander.com

10.06.2011, PK

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