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Hufschmied geht mit vielen Eisen auf Achse

Freizeit

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Hufschmied geht mit vielen Eisen auf Achse

Dass Stefan Treptow aus seiner Liebe zu Pferden einen Beruf gemacht hat, macht den 28-Jährigen zu einem gefragten Mann in der Region zwischen Rostock, Rügen und Demmin.

 

Als mobiler Hufschmied fährt er mit einer komplett eingerichteten Schmiede in einem Anhänger bei seinen Kunden vor und verpasst den Pferden ein neues „Schuhwerk“, handgeschmiedet. Der Prerower hat die Liebe zu den Tieren von seinen Eltern geerbt, die aktiv im Reitverein des Ostseebades mitmischen. Bereits als Baby wurde er auf den Rücken eines Pferdes gesetzt. Als Sechsjähriger wurde er selbst aktiver Reitsportler. Schnell stand für Stefan Treptow fest: „Wenn ich einmal groß bin, will ich etwas mit Pferden machen.“ Egal was. Eine gute Portion handwerklichen Geschicks sowie reichlich Ausdauer bildeten schließlich die Grundlage für die Entscheidung Hufschmied zu werden. Der Weg zum Traumberuf führte Stefan Treptow erst einmal zu einem Lehrgang nach Dresden. Danach arbeitete er zwei Jahre lang bei einem Schmiedemeister in Dresden. Dabei lernte er das Handwerk von der Pike auf und machte den Weg frei für die Prüfung zum staatlich geprüften Hufbeschlagsschmied. Für diese Prüfung musste er noch vier Monate lang in der Leipziger Universität büffeln, bis er endlich das ersehnte Zertifikat in der Tasche hatte. Diese insgesamt dreijährige Ausbildung und einen Existenzgründerzuschuss der Agentur für Arbeit brachten das Ein-Mann-Unternehmen schließlich in Fahrt. Seitdem er als mobiler Hufschmied unterwegs ist, das sind durchschnittlich etwa 150 Kilometer am Tag, hat er schon 250 Pferde in seiner Auftragsliste. Während seiner Arbeit sieht er sich nicht nur als Handwerker, sondern zugleich als Berater. Das ist ein Punkt, der bei Kunden gut ankommt. „Stefan macht sich Gedanken“, sagt beispielsweise Ute Beckmann, während der Prerower den Hammer schwingt, um die Eisen genau an die Hufe von „Kanebo“ anzupassen. Stefan Treptow will Pferde „gerade und ordentlich hinstellen“. Dafür aber müsse der Huf exakt ausbalanciert sein, anderenfalls drohe erhöhter Gelenkverschleiß bei den Reittieren. Gerade für Reit- und Springpferde sei ein korrekt sitzendes Hufeisen wichtig, weil das die Lasten aufnehme. Und weil die Hufe der Pferde so individuell sind, wie etwa die Hände von Menschen, kutschiert Stefan Treptow mit einer erklecklichen Auswahl von Eisen zu seinen Kunden.

Foto: Stefan Treptow schmeidet das Hufeisen für die Stute "Kanebo", die von der Besitzerin Ute Beckmann gehalten wird.

Text und Foto: TIMO RICHTER

 

 

 

22.02.2012, FB

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