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Dassower bauen ihre Orgel selbst

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Dassower bauen ihre Orgel selbst

Die Königin der Instrumente entsteht in Gemeinschaftsarbeit vieler Helfer. In einem Jahr soll sie zum ersten Mal erklingen.

 

Dassow - Anstatt sich eine fertige Orgel hinstellen zu lassen, bauen die Dassower ihre Königin der Instrumente selbst. Das ist für die Kirchgemeinde deutlich erschwinglicher, lässt während der Bauzeit die Vorfreude wachsen und stärkt den Gemeinschaftsgeist. „Wir haben schon zusammen gebaut“, sagt Anna-Luise Zimdahl, Pastorin in Dassow. Sie ist eine von vielen Mitgliedern der Kirchgemeinde, die geholfen haben, eine Klaviatur für das Instrument zu fertigen. „Es macht Spaß, wie die Orgel nach und nach entsteht und man sie wachsen sieht.“

Glück für die Gemeinde

Sie hat in ihren Reihen einen Hobby-Orgelbauer: Frank Mehlhose. Er hat das Projekt angeschoben, leitet es und erledigt die meisten Arbeiten. „Ich war schon als Kind fasziniert vom wunderbaren Klang“, erzählt der gebürtige Sachse. Seit 2006 spielt er während der Gottesdienste in Dassow die Orgel. Sein Geld verdient er als Medizintechniker. Frank Mehlhose fertigt Hüftgelenke. Nach Feierabend baut er in seinem Keller an der Orgel. Vor zwei Jahren fing er an.

Pfeifen aus dem 19. Jahrhundert

Die Prospektpfeifen stammen aus einem Instrument mit 14 Registern, das der Mecklenburger Orgelbauer Friedrich Friese 1859 in Dassow fertigstellte. Frieses Orgel für die Nikolaikirche hatte ursprünglich Prospektpfeifen aus Zinn. Handwerker bauten sie während des ersten Weltkrieges aus, schmolzen sie ein und ersetzten sie durch Zinkpfeifen. Als Fachleute das Instrument vor einem Jahrzehnt restaurierten, bekam es wieder Pfeifen aus Zinn. Danach standen die Exemplare aus Zink im Kirchturm - bis Frank Mehlhose sie sah.

Das Gehäuse ist fertig

Nun ist das Gehäuse der Dassower Selbstbauorgel fertig. Frank Mehlhose bekam das Holz dafür von einem Freund, der in seiner alten Heimat eine Zimmerei betreibt. „Das Instrument wird, wenn es fertig ist, sechs Register haben“, kündigt Frank Mehlhose an. Erstmals erklingen soll die Selbstbauorgel von Dassow in etwa einem Jahr im Gemeindesaal. Die Kirchgemeinde nutzt ihn während des Winters für ihre Gottesdienste. (Text und Foto: Jürgen Lenz)


Wer gibt Holz?


Materialspenden erhofft sich die Kirchgemeinde Dassow, um ihre Orgel weiter zu bauen. Sie benötigt Eichenholz, Buchenholz, Fichtenholz. Am Sonnabend sind Gehäuse und Klaviatur während eines „Tags der offenen Kirche“ von 14.30 bis 17.30 Uhr zu besichtigen.
Kontakt: 03 88 26 / 8 87 29



Foto oben: Die Orgel ist ein Gemeinschaftswerk von Frank Mehlhose, Leopold Mehlhose, Werner Schütt und Pastorin Anna-Luise Zimdahl (v. l.).

06.09.2011, PK

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