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Kein Winterschlaf für die Kogge „Wissemara“

Freizeit

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Kein Winterschlaf für die Kogge „Wissemara“

Die Mitglieder des Fördervereins des Schiffes treffen bereits Vorbereitungen für den Saisonstart Ende März. Ende Juni fahren sie zum Hanseweinfest nach Lübeck.

 

 

Winterpause heißt für die Koggenbesatzung und das Organisatorenteam im Baumhausbüro am Wismarer Alten Hafen noch lange nicht Winterschlaf. Die Törnpläne für die kommende Saison, die am 31. März mit dem „all hands“-Auftakeln des großen Rahsegels beginnt, sehen auch für 2012 interessante Erlebnisfahrten vor. Doch zunächst heißt es für etliche Vereinsmitglieder ordentlich ranklotzen. Als Schwerpunkte nennt Koggenkapitän Peter Samulewitz Reparaturen am Rahsegel in der ehemaligen Werfthalle IV. Außerdem gilt es, viel Holz an Deck und am Rumpf auszubessern und zu konservieren. „An Arbeit mangelt es bei uns also auch in der Winterpause nicht“, so Samulewitz.

Zudem ist ab 10. April eine etwa einwöchige Dockung in Rostock geplant. Im Ergebnis dieser Maßnahmen nimmt ein Vertreter der Berufsgenossenschaft (BG) Verkehr, einem „maritimen TÜV“ gleich, das Schiff in allen Bereichen in Augenschein. Denn auch die Kogge muss sich regelmäßig solchen Kontrollen stellen. Wenn alles in Ordnung ist, erhält sie die amtliche Bestätigung, dass sie weiterhin alle geforderten Vorschriften in Sachen Schiffssicherheit erfüllt. Neu für die „Wissemara“ ist in diesem Jahr die Teilnahme am ersten Weinfest in Warnemünde. Das Spektakel wird übrigens vom Wismarer Hansekontor organisiert. So heißt es für Crew und Gäste am 22. Juni „Leinen los“ zur Warnowmündung. Zurück geht es am 25. Juni. Viel Zeit bleibt dann nicht, um gemeinsam mit dem Schoner „Atalanta“ am 29. Juni die Reise nach Lübeck anzutreten. Denn im Rahmen des Hanseweinfestes 2012 nehmen beide Schiffe wieder Kurs auf die einstige hanseatische Handelsroute. Pünktlich sind beide Schiffe, beladen mit veredeltem Rebensaft, am nächsten Tag zur öffentlichen Weinverkostung in Wismar zurück.

NWM_KOGGE_WISSEMARA_Frank_150x210Für kleine Ausbesserungen am Rahsegel sorgt Fachmann Frank Hoppe sofort an Bord.

Wer die Fahrt verpasst oder keinen Platz mehr an Bord bekommt, kann mit der Kogge auf den „Spuren Störtebekers“ noch einmal am 6. Juli von Wismar die Trave aufwärts segeln. Geschichtenerzähler Dr. Josef Staffa wird die Tour als „Störti“ begleiten. Nicht weniger interessant dürfte die Rücktour am 7. Juli werden. Forschungstaucher und Unterwasserarchäologe Dr. Harald Lübke hält jede Menge Wissenswertes und Interessantes über die Steinzeit in der Lübecker und Wismarer Bucht für die Bordgäste bereit.

Zu ganz neuen Ufern führt ab dem 29. Juli bis zum 5. August ein Koggentörn rund um die Dänische Südsee, wobei die „Wissemara“ auch die schwedischen Häfen Malmö und Halmstad anläuft. Chancen für eine Mitfahrt gibt es aber nur noch, wenn bereits gebuchte Plätze zurückgegeben werden.

Schon weit voraus schauen die Mitglieder der vereinigten KoggenCompagnie beim diesjährigen „Koggendisch“. Dazu sind alle Teilnehmer an Bord der „Lisa von Lübeck“ eingeladen. „Natürlich ist es für uns keine Frage, dort teilzunehmen. Die Ziele der Koggen-Compagnie liegen uns sehr am Herzen. Hinzu kommt, dass wir gerne gemeinsam mit weiteren Koggen als Botschafter der Hansestadt Wismar in anderen Nord- und Ostseehäfen Präsenz zeigen“, so Joachim Müller vom Wismarer Koggenvorstand. Denn diesmal wollen die maritimen Traditionspfleger den Blick der Aktivitäten schon bis in das Jahr 2014 richten.

NWM_KOGGE_WISSEMARA_Peter_150x208Koggenkapitän Peter Samulewitz

Neben solchen Höhepunkten wie Hamburger Hafengeburtstag und Hanse Sail Rostock gilt es, langfristige Projekte zu planen. Dazu gehören die Themen „Kurs nach Ueckermünde zum 750-jährigen Stadtjubiläum und zur eventuell fertig gestellten Uecker-Randow-Kogge“ sowie „Haitabu“. Bei Letzterem handelt es sich um ein alle zwei Jahre stattfindendes einzigartiges Rahseglertreffen am Ostseefjord der Schlei.

Dort entfaltet sich eine einmalige maritime Wikingerwelt. Auch ein besonderes Koggentreffen zum Hansetag 2014 in Lübeck ist zu organisieren. (Text und Fotos: Hans-JoachimZeigert)




Foto ganz oben: Das Überholen der wuchtigen „Wissemara“ mit ihren etwa 250 Tonnen erfolgt in Rostock-Gehlsdorf.

25.01.2012, PK

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