„Hasso" ist out: Wie Hunde heute heißen
Tierhalter lassen sich für ihre Lieblinge zunehmend originelle Namen einfallen.
„Es war eine Bauchentscheidung", sagt Zoe Mosel (35). Als sie ihre Hündin das erste Mal gesehen habe, sei ihr „Nelly" sofort in den Sinn gekommen. „Der Name hat einfach gepasst", sagt die Lübeckerin mit Blick auf ihren achtjährigen Husky-Schnauzer-Mix. Mit ihrer Namensgebung liegt die Hundehalterin voll im Trend: Im Rahmen ihrer Magisterarbeit hat eine Mainzer Studentin herausgefunden, dass Menschennamen für Vierbeiner inzwischen die beliebteste Wahl sind. Das hat eine Befragung von 1000 Hundehaltern ergeben. Zu den Favoriten gehören Lilly und Max - Namen, die auch bei Kindern auf den vorderen Plätzen rangieren.
Titelbild: „Bei Hundenamen können die Menschen gern ein bisschen ihre Kreativität spielen lassen", sagt Carmen Rohlf (26). Ihren Mops (3) hat sie „Mobi" getauft.
Getränke als Namensgeber
Ebenfalls beliebt seien alkoholische Getränke als Namensgeber: Laut Befragung rufen die Deutschen offenbar lieber nach „Jim Beam" oder „Asti" als nach „Bello" oder „Hasso". Das würde Carmen Rohlf nicht einfallen: „Das veralbert das Tier zu sehr", sagt die 26-jährige Lübeckerin, „ich habe ja doch ein bisschen Respekt vor meinem Hund." Ihr dreijähriger Mops heißt deshalb „Mobi" und nicht etwa „Whisky". Ein typischer Name sollte es aber eben auch nicht sein - die alten Klassiker seien „schon etwas aus der Mode", findet die junge Frau. Wenn der Dackel „Waldi" heiße, ginge das schon noch - „das passt halt einfach" -, aber ansonsten könne die Namensgebung für ihren Geschmack „gern ein wenig kreativer sein".
Ein Doppelname
Da dürfte „Celtic Germara Gänseblümchen" ganz in ihrem Sinne sein. „,Celtic' ist der Name der Zucht - ,Germara Gänseblümchen? sind die Vornamen", erklärt Halterin Kirsten Esker (50). Ihre inzwischen sieben Monate alte weiße Schäferhündin wurde im „G-Wurf" geboren - deshalb mussten die Namen mit diesem Buchstaben beginnen. Und ein Doppelname musste es unbedingt sein: „Den haben bei uns in der Familie alle", sagt die Lübeckerin, die selbst mit zweitem Vornamen Renate heißt, „alle Menschen und alle Tiere". Weil „Germara Gänseblümchen" allerdings doch ziemlich lang ist, wird die Hündin im Alltag kurz „Mara" gerufen - so kommt Frauchen nicht schon vor dem Spaziergang außer Atem.
„Mara" (7 Monate) heißt mit vollem Namen „Celtic Germara Gänseblümchen". Kirsten Esker (50) bevorzugt im Alltag die kurze Fassung.
Benannt nach einer Oper
Sven Schöning hat seine beiden Wolfshunde nicht selbst benannt: „Lexor" (4) und „Bohemia" (1) wurden von Vorbesitzer und Züchter getauft. Die außergewöhnlichen Namen hätten ihm aber gefallen, deshalb habe er sie beibehalten, sagt der Mensch im Trio. Besonders „Bohemia" hat es ihm angetan: „,La Boheme ist meine Lieblings-Oper", erzählt der 46-jährige Lübecker lächelnd, „deshalb war ich ganz begeistert, als ich den Namen gehört habe." Ein Zufall zwar - „aber ein schöner". (Text: Jennifer Binder, Fotos: Wolfgang Maxwitat)
Sven Schöning (46) hat „Lexor" (4) und „Bohemia" (1) nicht selbst benannt, freut sich aber über die außergewöhnlichen Namen.
Von „Nelly" bis „Celtic Germara Gänseblümchen" - Hundenamen und ihre Geschichte
Die Lübeckerin Zoe Mosel (35) hat ihren acht Jahre alten Husky-Schnauzer-Mix „Nelly" genannt - „weil es einfach gepasst hat".

„Auf zwei Vokale hört er schneller" - deshalb bekam der altdeutsche Schäferhund „Atoll" (6) seinen Namen von Cemal Yüksel (50).

Matthew Stradling (49) hat die Wahl seiner Tochter überlassen: Jetzt heißt sein Labrador „Sammy" - laut Studie einer der beliebtesten Namen.

„Motte" (2) hieß früher „Emma" - so wie auch die Nachbarstochter. Deshalb änderte Gudrun Rössig (45) den Namen, als „Motte" zu ihr zog.
27.01.2012, PK
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