Wer hat Platz für drei Hähne?
Sandra Fehrenbach hat die Hähne vor dem Schlachtmesser gerettet, sucht aber nun nach einer neuen Bleibe für sie.
Groß Kummerfeld - „Luigi“, „Giovanni“ und „Guiseppe“ schreiten mit stolz geschwellter Brust über den Hof. Und singen können sie. Kein Wunder, sie sind eben echt italienische Tenöre . . . wenn sie auch Hühner sind, nämlich von der Rasse der „Italiener“. Das frühmorgendliche Krähen der drei Hähne wird den Nachbarn zu viel, und deshalb sucht Besitzerin Sandra Fehrenbach jetzt neue, liebevolle Halter für die „three Tenors“.
Dem Kochtopf entgangen
„Eines muss aber klar sein, die jetzt neun Monate alten Hähne sollen nicht eines Tages dann doch im Kochtopf landen. Ich gebe sie nur an Menschen ab, die einen Hahn zum Kuscheln suchen“, sagt die Tierfreundin. Der Kochtopf wäre das eigentliche Schicksal von „Luigi“, „Giovanni“ und „Guiseppe“gewesen, erläutert Sandra Fehrenbach und das kam so: Die Nachbarn hatten sich 15 frisch geschlüpfte Küken geholt, von denen sich 14 allerdings als männliches Federvieh entpuppten. Braucht kein Mensch, sagten sich die Nachbarn, denn schließlich besteht die Normalbesetzung eines Hühnerhofs aus einer Schar Hühner und e i n e m stolzen Hahn. Also war bei den Nachbarn Schlachtfest angesagt, sehr zum Leidwesen von Sandra Fehrenbach, für die Tiere allgemein, nicht nur das liebe Federvieh, eben Partner im ländlichen Zusammensein sind, nicht bloßes Schlachtvieh.
Die drei Tenöre mittendrin: Sandra Fehrenbach und der „italienische Hühnerhof“. Sie selbst hat noch Kaninchen, Tauben und eine Schildkröte.
Nach der Wintersonnenwende...
Ihre Intervention half: Sie durfte die verbliebenen Hähne am Leben lassen. Für drei davon hat sie bereits neue Besitzer gefunden. Verbleiben „Luigi“, „Giovanni“ und „Guiseppe“: Sie sind nun annähernd erwachsen, ihre Stimmen sind gut ausgeprägt . . . und die Wintersonnenwende ist vorüber. Heißt: Es wird von Tag zu Tag früher hell, das „Auftrittsignal“ für die drei Tenöre, mit dem Krähen zu beginnen. Genau der Hauptgrund, weshalb die drei Italiener nun wieder unter der Kochtopf-Drohung stehen . . .
Kein Problem mit Henry
Mit dem eigenen Hahn, „Henry“ genannt, bekommt Sandra Fehrenbach keine Probleme. Der ist wesentlich kleiner, gehört zur Rasse „Asiatisches Seidenhuhn“ und bringt es längst nicht auf die Phonstärke eines Tenors. „Italiener“ heißt jene Rasse nicht von ungefähr: Diese Art, international auch als Leghorn bekannt, stammt ursprünglich tatsächlich aus Italien, wurde 1835 über Livorno nach Amerika verschifft, von wo sie um 1870 über England nach Deutschland kamen.
Wer zu Hause Platz hat (Sandra Fehrenbach: „Und zwar bis ans natürliche Lebensende.“) für einen der drei Tenöre oder gar alle drei, kann die Lustaufleben.de-Redaktion unter Info@Lustaufleben anschreiben. Wir leiten es weiter. (Text und Fotos: Lothar Hermann Kullack)
Foto ganz oben: Mit „Henry“ gibt es keine Probleme: Der Hahn von der Rasse Seidenhuhn kräht dezenter.
17.01.2012, PK
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