Streitschlichten wird zum neuen Geschäftsfeld
Ob Familien- oder Erbschaftsstreit, Konflikte in Unternehmen oder in der Nachbarschaft: Das „Mediationszentrum Lübeck“ bietet Hilfe bei außergerichtlichen Lösungen an.
Lübeck - Martin Teich hat mit acht Kollegen das "Mediationszentrum Lübeck" gegründet. Ein Mediator soll - anders als ein Schlichter - keine Entscheidungen treffen, sondern ein Gespräch leiten, um ein neues Klima zu schaffen und Blockaden zu lösen. Er kann herausarbeiten, was hinter einem Konflikt steckt und eine nachhaltige Lösung finden.
Nicht immer Happy-End
Die Konfliktparteien zahlen je die Hälfte der Mediation nach Zeitaufwand. Das ist günstiger als ein Gerichtsverfahren, weil es vom Streitwert entkoppelt ist. Die Parteien sind jederzeit Herr des Verfahrens, können die Mediation auch stoppen. "Mediation mündet nicht immer in ein Happy End", sagt Mediatorin Sabine Andresen, die mit Konflikten am Bau zu tun hat. "Aber in bis zu 80 Prozent der Fälle sind wir erfolgreich."
Förderung in der Diskussion
Um Mediator zu werden, ist Berufserfahrung von Vorteil. Eine berufsbegleitende Ausbildung zum Mediator dauert bis zu zwei Jahre. Der Bundestag berät zurzeit über einen Gesetzentwurf, der außergerichtliche Konfliktbeilegung wie die Mediation fördern soll. Mittwochs (17 bis 18 Uhr) gibt es kostenlose Beratung im Gebäude der Dr. Hastenrath GmbH, An der Untertrave 96, in Lübeck.
www.mediationszentrum-luebeck.de
Foto: Sie haben sich im "Mediationszentrum Lübeck" zusammengeschlossen (v. l.): Martin Teich, Sabine Andresen, Arno Popert, Andreas Steinfeld, Oinone Buschendorff-Schaar und Annette Schieder. Konfliktparteien können sich an die Mediatoren wenden, wenn sie ihre Streitigkeiten nicht vor Gericht lösen wollen.
04.06.2011, PK
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