Dreiste Panzerknacker suchen Grömitz heim
Vier Einbrüche innerhalb von 14 Tagen im Ostseebad: „Panzerknacker“ versuchten sich an sieben Tresoren. Auch in Timmendorfer Strand wurden drei Einbrüche gemeldet.
Grömitz - Nach Großenbrode Ende Januar gibt es an der Küste nun auch in Grömitz eine Einbruchsserie. Innerhalb der vergangenen zwei Wochen wurden der Polizei vier Einbrüche gemeldet. Den größten Coup landeten die „Panzerknacker“ in der Nacht zum Sonntag, als sie 2000 Euro aus dem Tourismus-Center entwendeten. Als an diesem Morgen um 7.15 Uhr bei Olaf Dose-Miekley, Betriebsleiter Marketing des Grömitzer Tourismus Service, das Handy klingelte, wunderte er sich über die ungewöhnliche Zeit für einen Anruf. Als sich am anderen Ende Hausmeister Dieter Gehrls mit aufgeregter Stimme meldete, war Dose-Miekley gleich klar, dass es sich nicht um einen Routineanruf handeln konnte. Gehrls meldete seinem Vorgesetzten einen Einbruch im Gebäudekomplex Tourismus-Center und Schwimmbad Grömitzer Welle, der sich in der Nacht ereignet hatte.
Schränke und Schubladen wurden von den Dieben geöffnet. Computer, Kameras und andere Wertgegenstände blieben aber unangetastet.
2000 Euro weg
Angekommen am Tatort stellten Dose-Miekley, sein Kollege Karl- Heinz Stein (Betriebsleiter Verwaltung & Finanzen) sowie weitere Mitarbeiter die Höhe des Schadens fest. „Es wurden 2000 Euro in Scheinen entwendet sowie ein Sachschaden von mehreren Zehntausend Euro verursacht“, bilanzierte Stein.
Türen aufgehebelt
Kurios: Bargeld in Münzen (mehrere Hundert Euro), dazu etliche PCs und auch Wertgegenstände wie Digitalkameras wurden von den Dieben nicht angerührt. Die Bande durchsuchte alle Räume inklusive eines Kriechkellers unter dem Schwimmbad. Dose-Miekley: „Das muss Stunden gedauert haben. Vor allem im Kriechkeller ist nichts als Staub. Warum sie dort unten waren, ist mir schleierhaft.“ Die Eindringlinge hebelten etliche Türen, darunter auch Stahltüren, auf und machten sich an allen sieben Tresoren zu schaffen. Harte Arbeit, denn die Panzerschränke wiegen vier bis fünf Zentner. Die Panzerknacker schafften es auch nur, einen davon zu öffnen. Dose-Miekley: „Gleich der Treffer ins Schwarze. Es war der einzige mit Bargeld. Ein Rätsel bleibt auch, wie sie die Alarmanlage außer Kraft gesetzt haben. Für mich steht fest: Das waren auf keinen Fall Kleinkriminelle. Ich mag mir gar nicht vorstellen, was passiert wäre, wenn ein Mitarbeiter von uns die Täter zufällig überrascht hätte.“ Die Kripo Neustadt hat die Ermittlungen aufgenommen.
Karl-Heinz Stein (Tourismus Service Grömitz) nimmt eine der aufgebrochenen Türen im Keller in Augenschein.
Kameras gleich mitgenommen
Ermittelt wird auch im Fall des Fit und Vital Gesundheitcenters von Torsten Thieme. „Bei mir waren Donnerstagnacht auch Einbrecher. 2500 Euro Schaden sind entstanden, 200 bis 300 Euro wurden entwendet. Die beiden Überwachungskameras haben die Täter auch mitgehen lassen.“ Der schlimmste Verlust seien die Dateien auf dem entwendeten PC. Thieme: „Das sind alles Daten, mit denen niemand außer mir etwas anfangen kann.“ Damit dies nicht noch einmal geschieht, engagiert Thieme nun einen Elektriker. „Ich mache aus dem Laden und auch aus meinem Haus eine Festung, so viel steht fest. Denn die Tatsache, dass Fremde in meinen Bereich eingedrungen sind, verursacht ein großes Unwohlsein.“
Glasscheibe eingeschlagen
Gleich zweimal wurde auch in die Krankengymnastik-Praxis an der Kirchenstraße eingebrochen. Dort schlugen die Täter die Glasscheibe vom Seiteneingang ein, entwendeten 290 Euro. Inhaber Wouter Oosterwoud hat es satt, sagt: „Ich lasse jetzt eine Alarmanlage einbauen.“ Das Muster dieser beiden Vorfälle ähnelt dem aus Timmendorfer Strand, wo Anfang des Monats auf gleiche Weise zwei Reihenhäuser und ein Mobilfunkladen aufgebrochen wurden.
Aus diesem fünf Zentner schweren Safe wurden zirka 2000 Euro Bargeld in Scheinen entwendet. Die Diebe ließen das Münzgeld zurück.
Wie in Großenbrode
Bereits Mitte bis Ende Januar hatte eine Einbruchserie in Großenbrode (sieben Fälle) für Aufsehen gesorgt. Unter anderem brachen Diebe ins Rathaus ein. Dort wurden wie beim Grömitzer Tourismus-Service Wertgegenstände vor Ort gelassen und „nur“ Bargeld gestohlen. (Text: Peter Mantik, Fotos: Mantik, hfr)
Foto ganz oben: Olaf Dose-Miekley, Leiter des Grömitzer Tourismus-Service, zeigt die gekappte Telefonleitung.
14.02.2012, PK
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