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Die Arbeit der

Sicherheit

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Die Arbeit der "Dorf-Sheriffs“

Auf dem Land geht es ruhiger zu als in den Städten. Trotzdem gibt es eine bunte Delikt-Palette. Ihre Orts- und Menschenkenntnis hilft den „Dorf-Sheriffs“, große und kleine Vorfälle aufzuklären.

 

 

Schönwalde - Man kennt sich auf dem Land. Schon einige Male haben sich Polizeihauptkommissar Andreas Schulenburg und Polizeihauptmeister Falko Nörenberg dieses Wissen für ihre Ermittlungen zunutze machen können. So auch an diesem Vormittag, an dem die beiden Nachforschungen über den Verbleib eines gestohlenen landwirtschaftlichen Gerätes betreiben. Der Nachbar eines Bestohlenen meint gesehen zu haben, dass ein anderer Landwirt seit geraumer Zeit mit eben diesem Gerät arbeitet. „Das schauen wir uns jetzt mal genauer an“, sagen die beiden und steigen in den Polizeiwagen.

OH_POLIZEI_ERMITTLER_Kontroll_300x200Rund eineinhalb Stunden nimmt die tägliche Kontrollfahrt durch das Revier in Anspruch.

75 Prozent Schreibtischarbeit

Ein Großteil der Ermittlungen läuft jedoch vom Schreibtisch aus. „Rund 75 Prozent“, schätzt Falko Nörenberg über den Daumen. Die Arbeit in einer kleinen Polizeistation, wie in Schönwalde, weiß er zu schätzen. Als er noch in Timmendorfer Strand gearbeitet hat, war der Arbeitsalltag zwar hektischer, aber dennoch weniger interessant: „Die Anzeige aufnehmen, weiterleiten, das war‘s dann.“

Weniger Respekt

Hier in Schönwalde sei das ganz anders: „Wir nehmen die Anzeige auf, ermitteln selbst und geben die Sache gegebenenfalls an den Staatsanwalt weiter“, so Nörenberg. Die Arbeitszeit sei die gleiche, nur laufe es auf dem Lande ruhiger und bedächtiger ab. „Und wohl auch weniger aggressiv“, fügt Schulenburg hinzu, der bis vor wenigen Jahren bei der Einsatzhundertschaft in Eutin seinen Arbeitsplatz hatte. Denn der Respekt vor Polizeibeamten, der habe in den vergangenen Jahren „deutlich nachgelassen“, sagt Schulenburg. Zwischenfälle wie mit so genannten Fans des VFB Lübeck sind ihm diesbezüglich noch bestens in Erinnerung.

OH_POLIZEI_ERMITTLER_Akten_300x200Zurück im Büro muss Falko Nörenberg die anfallenden Akten- und Schreibarbeiten erledigen.

Handfeste Argumente

5500 Einwohner wohnen in dem Gebiet, das die beiden Beamten betreuen. Mit den Gemeinden Schönwalde, Kasseedorf und Altenkrempe ist ihr Revier flächenmäßig das größte der Reviere, die der Zentralstation Neustadt angeschlossen sind. Verkehrsunfälle, Diebstähle, Nachbarschaftsstreitigkeiten oder auch Körperverletzungen gehören zu den häufigsten Delikten, mit denen es Schulenburg und Nörenberg in ihrem Alltag zu tun haben. „Auf die Ohren gibt es schnell mal was“, unterstreicht Schulenburg die Tendenz, dass Streitigkeiten zunehmend mit „handfesten Argumenten“ ausgetragen werden.

Vertraute Gesichter helfen

Dass man ihre beiden Gesichter im Straßenbild kennt, sieht Schulenburg auch in anderer Hinsicht von Vorteil: „ Gerade bei Vorfällen von Stalking oder mit sexuellem Hintergrund fällt es einigen Betroffenen leichter, sich an ein vertrautes Gesicht zu wenden.“ Mit der geleisteten Arbeit können er und sein Kollege zufrieden sein. „Im Bereich der Zentralstation Neustadt haben wir hier die höchste Aufklärungsquote“, sagt Schulenburg. Gerade im ländlichen Raum, so Schulenburg, müsse man mit Verdächtigungen sehr vorsichtig sein.

Vermeintliche Bekanntschaft

So auch bei dem Landwirt, der nämlich nachweisen konnte, dass er Eigner des landwirtschaftlichen Gerätes war. Man kennt sich auf dem Land. Manchmal meint man aber auch nur, sich zu kennen. (Text und Fotos: Thomas Klatt)


Foto ganz oben: Das Vermessen eines Unfallortes gehört zu den alltäglichen Arbeiten im Dienst von Polizeihauptkommissar Andreas Schulenburg.



25.01.2012, PK

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