Gemüsegärten zum Mieten in Norderstedt
Bundesweites Projekt startet im Mai in Norderstedt, betreut von Landwirt Rehders.
Norderstedt - Gärtnern und Gemüse anbauen für den Eigenbedarf: Das, was manche Kleingärtner in ihrem Schrebergarten schon selber machen, können jetzt andere naturliebende Stadtbewohner auf einer landwirtschaftlich bearbeiteten Fläche in Glashütte in Norderstedt unter fachlicher Anleitung im großen Stil tun. Der Vollerwerbshof von Christa und Hans-Jürgen Rehders im Grünen Weg beteiligt sich an dem Projekt „Gemüsegärten zum Mieten“, das zwei Existenzgründerinnen in Bonn ins Leben gerufen und inzwischen an 20 Standorten rund um Großstädte vermarktet haben.
Einfache Geschäftsidee
Die Geschäftsidee ist so einfach wie einleuchtend: Naturbegeisterte Städter, die keinen eigenen Garten besitzen oder denen der so genannte grüne Daumen fehlt, jäten, wässern, pflegen und ernten unter ständiger fachlicher Begleitung ihren eigenen Gemüsegarten. 179 Euro kostet für eine Sommersaison die 45 Quadratmeter große Parzelle, die für den Eigenbedarf eines Singlehaushalts reichen soll. Mit 329 Euro ist der Gemüsegärtner dabei, wenn er eine vierköpfige Familie zu versorgen hat.
"Traumberuf"
Alle Gärten werden von Landwirt Rehders mit 20 Gemüsesorten und Blumen bepflanzt. Dazu gehören Kartoffeln, Zwiebeln, Möhren, Porree, Kohlrabi, Mangold, Rotkohl, Rote Beete, Spitzkohl, Zucchini, Zuckerschoten, Kürbis, Feuerbohnen, Gurken, Erbsen, Salate, Spinat und Radieschen. Die Pächter müssen ihr Gemüse nur selber wachsen und gedeihen lassen und ernten. „Ich halte das für eine Super-Idee“, sagte Christa Rehders, die mit ihrem Mann den 85 Hektar großen Familienbetrieb in vierter Generation führt. „Ich bin für mein Leben gern Landwirtin“, bemerkte die Agraringenieurin. „Das ist mein Traumberuf.“ Das Konzept von „Meine Ernte“ werde ihre Tochter Kathrin betreuen. Sie geht davon aus, dass bis zu 80 Hobbygärtner aus Hamburg, Norderstedt und dem Segeberger Umland Interesse daran zeigen werden. Der immer größer werdende Wunsch, sich gesund ernähren zu wollen, werde eine entscheidende Rolle dabei spielen. Schließlich weiß der Hobby-Gärtner ganz genau, ob und wie sein Gemüse biologisch angebaut worden ist. 3000 Quadratmeter wird der Hof Rehders dafür zunächst zur Verfügung stellen. Die Stadtgärtner werden mit Gartengeräten und Ratschlägen begleitet. Ein monatlicher Newsletter gibt ihnen sogar Rezeptvorschläge, wie sie ihr frisch geerntetes Gemüse am schmackhaftesten verzehren können.
Übergabe im Mai
Ideengeber sind Wanda Ganders und Natalie Kirchbaumer aus Bonn. „Viele Familien und gerade junge Leute in Großstädten finden das trendy und cool“, sagte Natalie Kirchbaumer. In Norderstedt startet das Projekt in diesem Frühjahr. Im Mai sollen die fertigen Parzellen ihren Mietgärtnern übergeben werden. (Text und Foto: Burkhard Fuchs)
Info: www.meine-ernte.de
Foto oben: Christa Rehders ist begeistert von der Idee, Mietgärten für Hobby-Gemüsegärtner anzulegen.
04.02.2012, PK
|