Gesund bis ins hohe Alter mit der Küche des Mittelmeers
Die Küche des Südens – das ist viel Gemüse, Olivenöl und lieber Fisch statt Fleisch. Diese Kombination schmeckt nicht nur köstlich und erinnert an den Urlaub, sondern beugt auch Zivilisationskrankheiten vor.
Gesund und fit bis ins hohe Alter – wer wünscht sich das nicht? Die richtige Ernährung kann viel dazu beitragen, den Zivilisationskrankheiten wie Übergewicht und Herz-Kreislaufbeschwerden vorzubeugen. Dabei muss sich niemand kasteien und auf Genuss verzichten.
Die Küche der Länder im Mittelmeerraum gilt nicht nur als super lecker, sondern auch als besonders gesund. Denn der hohe Anteil ungesättigter Fettsäuren aus den Lebensmitteln, die dort angebaut werden, wirken sich positiv auf Stoffwechsel und Herzgesundheit aus.
Wer sich also nach der Mittelmeerküche ernährt, kann richtig schlemmen und gleichzeitig etwas für seine Gesundheit tun. Das ist sogar wissenschaftlich bewiesen.
Viel frisches Obst und Gemüse, Fisch, romatische Kräuter und ab und zu ein Gläschen Rotwein – erinnert Sie dieseMenü-Zusammenstellung nicht an Ihren vergangenen Urlaub? Ob der in Griechenland oder Südfrankreich, in Italien oder Kroatien war, ist dabei letztendlich egal – denn was die mediterrane Küche ausmacht, ist in den meisten Ländern des Südens gleich: ein hoher Anteil an pflanzlicher Nahrung, die Verwendung von Oliven- und Rapsöl statt tierischer Fette, wenig (und wenn, dann helles) Fleisch, viel Fisch und magere Milchprodukte.
Obst und Gemüse hoch im Kurs
Die Risikofaktoren für Herzinfarkt oder Schlaganfall sind vielfältiger Natur: Zu ungesund und fett ist oft die Ernährung, zu wenig die Bewegung, zu viel der Stress, dem wir täglich ausgesetzt sind. Bewegung, Entspannung und gesunde Ernährung können wesentlich dazu beitragen, dass wir gesund bleiben.
Bei der Mittelmeerküche stehen Obst und Gemüse besonders hoch im Kurs. Von Artischocken bis Zucchini, von Aprikosen bis Orangen – was hier knackfrisch und aromatisch auf den Tisch kommt, strotzt vor Vitaminen. Der große Anteil pflanzlicher Speisen sorgt zudem für ausreichend Ballaststoffe, Spurenelemente und Mineralstoffe. Sie beeinflussen den Stoffwechsel und schützen vor zahlreichen Krankheiten.
Die Ernährungsweise mit viel Obst und Gemüse sowie die Verwendung von Olivenöl kann erwiesenermaßen vor allem dem sogenannten metabolischen Syndrom vorbeugen. Bei diesem Begriff handelt es sich nicht um eine eigene Krankheit – Ärzte bezeichnen dieses Syndromals das gemeinsame Auftreten von Fettleibigkeit, erhöhten Blutfettwerten, einem veränderten Zuckerstoffwechsel und Bluthochdruck.
Ohne Olivenöl geht in der mediterranen Küche gar nichts – und es wird bei unseren südlichen Nachbarn reichlich verwendet. Eine gute Wahl für die Gesundheit, denn die ungesättigten Fettsäuren des Öls wirken schützend auf die Arterienwände, beugen einer Verkalkung und im weiteren einem Herzinfarkt vor. Ähnlich gute Eigenschaften wie Olivenöl hat übrigens unser heimisches Rapsöl.
Gemüse ist mit seinen enthaltenen Vitaminen und Vitalstoffen quasi die Hausapotheke auf dem Teller. Statt wie bei uns oft üblich nur als Beilage serviert, sollte es daher wie in den Mittelmeerländern einen größeren Stellenwert einnehmen. (Zum Vergleich: In Griechenland werden am Tag im Schnitt 815 Gramm Gemüse pro Kopf verzehrt, in Deutschland dagegen nur 258 Gramm). Statt Fleisch mit Gemüse also lieber Gemüse mit Fleisch.
Oder – noch besser – mit Fisch. Denn der enthält die wertvollen Omega-3-Fettsäuren, die Schutzfaktoren gegen Herz-Kreislauf-Erkrankungen sind. Fisch ist zudem ein perfekter Eiweißlieferant und die in ihm enthaltenen Fettsäuren sind gut für Herz, Gehirn und das Immunsystem.
Ein Gläschen Rotwein gehört dazu
Gewürzt wird in der mediterranen Küche mit viel frischen Kräutern – auch das ist besonders gesund. Vor allem der in unseren Breitengraden eher geschmähte Knoblauchwirkt sich positiv aufdie Blutfettwerte aus und stärkt mit seinen antibakteriell wirkenden Stoffen das Immunsystem.
Und auch ein Gläschen Rotwein gehört in der Küche der Mittelmeerländer dazu. Ernährungsforscher haben herausgefunden, dass auch die Rotwein-Phenole vor Gefäßveränderungen schützen können– vorausgesetzt, es bleibtwirklich nur bei einem kleinen Glas.
Text Birgit Jungke/Fotos: Fotolia, Bertolli
19.01.2012, OS
|