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Pflegefall im eigenen Haus

Prävention

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Pflegefall im eigenen Haus

Die Angehörigenschule im PIZ steht Pflegenden mit Rat und Tat zur Seite.


Die Kinder sind längst aus dem Haus, im Job stimmt alles, bis auf kleine Zipperlein steht es auch mit über 50 Jahren gut um die Gesundheit – frei und ungebunden können viele Best Ager ihr Leben gestalten. Doch dann passiert es: die bis dahin rüstige Mutter oder gar der Lebenspartner erleiden einen Schlaganfall. Nach Krankenhaus und Reha steht fest, dass ein selbstständiges Leben in der eigenen Wohnung nur noch bedingt möglich ist. Eine Pflegeeinrichtung kommt nicht in Frage. „Die Mutter kommt zu uns“oder „Mein Mann kommt doch nicht in eine Pflegeeinrichtung“, lautet oft der Entschluss der Kinder, Enkel oder Partner. Rund 60 Prozent der Pflegestufeninhaber werden zu Hause betreut.

Angehörigenschule im PIZ klärt offene Fragen

Schnell ist das alte Büro oder das ehemalige Kinderzimmer umgestaltet. „Doch jetzt kommen Dutzende Fragen auf die Angehörigen zu“, sagt Beke Jacobs, Krankenschwester und Gesundheitsberaterin im Patienteninformationszentrum (PIZ) des Universitätsklinikums Schleswig-Holstein. Einerseits fehlen viele fachliche Kenntnisse. Wie können die Angehörigen richtig im Bett bewegt und besser mobilisiert werden? Wie die Menschen heben, ohne sich den Rücken kaputtzumachen? Was tun bei Inkontinenz oder bei Schluckbeschwerden? „Zu diesen pragmatischen Fragen gesellen sich viele psychosoziale Aspekte“, sagt Beke Jacobs. Die Verkehrung von Eltern-Kind-Rollen, die eigene Scham bei der Körperpflege, der Umgang mit Unzufriedenheit oder gar mit Wesensveränderungen geliebter Eltern oder Ehepartner – für alles muss schnell eine Lösung gefunden werden.

Individuelles Pflegetraining

„Viele Probleme, mit denen Angehörige allein dastehen“, sagt Beke Jacobs. Daher hat das PIZ Anfang 2011 in Zusammenarbeit mit der UKSH Akademie und den Pflegekassen Barmer GEK und DAK Anfang die Angehörigenschule ins Leben gerufen. Einerseits wird dort die Möglichkeit geboten, ein individuelles Pflegetraining direkt zu Hause zu vereinbaren, andererseits sollen die Pflegenden in Pflegekursen für ihre spezielle Aufgabe fit gemacht werden. Neben grundlegenden Pflegetipps brauchen Angehörige auch Rat und Hilfe bei anderen Krankheitsbildern. Wie umgehen mit Demenz, mit Parkinson, mit Krebs oder mit Herzleiden. Auch für solche spezifischen Fragen bietet die Angehörigenschule themenzentrierte Seminare.

Großes Interesse an den Kursen

Bereits 131 Angehörige haben sich in 13 Kursen mit jeweils acht bis zehn Teilnehmern für ihre Aufgabe schulen lassen – Tendenz steigend. "Bei den Seminaren spielt nicht nur der fachliche Aspekt eine Rolle. Auch die Erkenntnis, damit nicht allein dazustehen und der Austausch untereinander sind wichtige Punkte", sagt die Gesundheitsberaterin. "Einige Teilnehmer haben nach einem Kurs sogar Selbsthilfegruppen gegründet und treffen sich privat weiter", fügt sie an. Die Kosten für die Seminare werden übrigens in aller Regel von den Pflegekassen übernommen.

PIZ-Pflegekurse im ersten Halbjahr 2012

Wenn das Gedächtnis nachlässt – Kurs für Angehörige von demenziell Erkrankten
ab Di., 7. Februar, acht Abende; Mi., ab 25. April, acht Abende
Uns hat der Schlag getroffen – Pflege bei Schlaganfall
Do., sechs Abende, ab 24. Mai
Wenn die Bewegung ins Stocken kommt – Pflege bei Parkinson
Do., sechs Abende, ab 5. April
Wie geht Pflege zu Hause – Anleitung, Tipps u. Tricks
Mi., drei Abende, ab 15. Feb.; Di., drei Abende, ab 8. Mai
Pflegen ohne Heben und Tragen – Anleitung zur Bewegung und Mobilisation (Kinaesthetics)
ab Mo., 13. Februar und ab Mo., 30. April, jeweils sieben Abende
Aus dem Takt gekommen – Alltagsbewältigung mit Herzinsuffizienz
Mi., sechs Abende, ab 14. März
Mit Krebs zu Hause – Alltagsbewältigung bei onkologischen Erkrankungen
Do., sechs Abende, ab 23. Februar
Wer und was hilft bei Pflegebedürftigkeit? Sozialrechtliche Möglichkeiten
Do., 16. Februar, Di., 17. April und Mi., 20. Juni

Info / Anmeldung
PIZ Patienteninformationszentrum im UKSH

Angehörigenschule
Ratzeburger Allee 160 (Haus 40), 23562 Lübeck, Beke Jacobs
Tel.: 0451 / 500-59 74; Diese E-Mail-Adresse ist gegen Spambots geschützt! JavaScript muss aktiviert werden, damit sie angezeigt werden kann. ; www.uksh.de/piz

02.02.2012, AK

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