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Die Trittauer Tafel

Geist & Seele

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Die Trittauer Tafel

Die Mitarbeiter der Trittauer Tafel erleben Denkbarkeit doppelt. Sie sind dankbar und erfahren Dank.

 

Trittau - Wenn das Geld nicht reicht, wenn nichts im Kühlschrank und der Hunger groß ist, dann gibt es in Trittau die Möglichkeit, sich bei der Tafel Lebensmittel zu holen. Mit einem Euro - Familien zahlen zwei - sind die Kunden dabei, wenn mittwochs und donnerstags das verteilt wird, was von Supermärkten, Bäckereien oder auch durch Privatpersonen gespendet wird. 300 Menschen gehören an der Großenseerstraße zum Kundenkreis. Tendenz steigend.

Ein großes Team

Geleitet wird die Tafel seit Anbeginn von Brigitte Muche (Foto). Ihr steht seit 14 Jahren ein großes Team - mittlerweile 30 Personen - von freiwilligen Helfern zur Seite, von Menschen, die ihre Zeit für andere einsetzen. In diesem Fall für Menschen, denen es nicht so gut geht, denen es an Geld fehlt, um Lebensmittel zu kaufen. Die ohne die Spenden der Tafel gar nicht über die Runden kommen würden. Die Frauen und Männer kommen mit ihrem Freistellungsbescheid vom Job- Center und erfahren Hilfe. Jede Woche aufs Neue.

"Wir werden demütiger"

„Natürlich ist der rote Faden Dankbarkeit“, so Brigitte Muche. Dankbarkeit auf beiden Seiten. „Das Faszinierende ist bei dieser Arbeit, dass wir Helferinnen, die wir aus gut situierten Verhältnissen kommen, viel mehr Verständnis aufbringen und es nicht mehr als selbstverständlich ansehen, dass es uns gut geht. Wir werden demütiger“, ist Muche dankbar. Wenn Kunden kämen mit Tränen in den Augen, „da möchte man sie einfach in die Arme nehmen. Sie sind so dankbar, sie haben wirklich gekämpft, zu kommen. Sie müssen nicht hungern und dafür sind sie unendlich dankbar“. Alles auch eine Frage der Würde.

Die Erwartungen zurückschrauben

Manchmal hilft es, sich mit dem Menschen bei einer Tasse Kaffee hinzusetzen und ihnen klar zu machen „Sie haben das Recht hierher zu kommen. Auch bei der Tafel ist der Kunde König.“ Aber es gibt auch die anderen, „die frechen, die dreisten. Denen müssen wir sagen, Butter gibt es bei Penny, Sahne auch“. Die würden eine Auswahl wie im Supermarkt erwarten, was wiederum die Helfer ärgert. Dann kommt auch mal der Gedanke auf: „Dem geht es wohl nicht schlecht genug, dann fällt auch mal das Wort undankbar. Doch als Ehrenamtler müsse man seine Erwartungen zurückschrauben. Die Kunden würden eben mal übers Ziel hinausschießen, was einem Helfer durchaus sauer aufstoßen könne. Aber auch ein Kunde der Tafel habe das Recht auf Lebensqualität. „Manchmal ist es schwierig, das den Helfern zu vermitteln.“ Manchmal gehen die Helfer auch, wollen sich das nicht antun. Wollen ihren ehrenamtlichen Einsatz nicht unter diesen Bedingungen leisten.

100 Euro vom neuen Job

Brigitte Muche hat schon so einiges erlebt, ist aber immer noch mit ungebremsten Elan dabei. „Ich erwarte keinen Dank“, erklärt die Vorsitzende der Tafel. Dafür mache sie diesen Job nicht. Gleichwohl freue sie sich, wenn sich ein Kunde bedanke. „Wir hatten eine Kundin aus einem Dorf in der näheren Umgebung. Sie wurde arbeitslos und wir haben ihr helfen können. Als sie wieder einen Job hatte, hat sie von ihrem ersten Gehalt 100 Euro an die Tafel überwiesen.“ Da war die Freude, da war die Dankbarkeit bei der Trittauer Tafel groß. Wie überhaupt immer, wenn Spenden abgegeben werden.
(Text und Foto: Kerstin Kuhlmann-Schultz)

04.01.2012, PK

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