VfL Oldesloe gründet eigene Stiftung
Der Sportverein mit seinen 3000 Mitgliedern will in der Stadt Kinderarmut, Kürzungen bei den Fördergeldern und der desolaten Sportplatzsituation mit Stiftungserträgen begegnen.
Die VfL Oldesloe beschreitet neue Wege und gründet eine der ersten Sportstiftungen im Kreis Stormarn. Ihre offizielle Gründung wird heute im kleinen Kreis im Beisein der Kreispräsidentin und Vorsitzenden der Bürgerstiftung, Christa Zeuke, erfolgen. Ein bekanntes VfL-Gesicht wird Vorsitzender des Stiftungsrates: Bad Oldesloes Ehrenbürger Walter Busch (84), der den Verein 35 Jahre geführt hat.
Offizieller Gründungsakt
„Den Samen für den Stiftungsgedanken hatte vor drei Jahren Fritz Wodarz gelegt", sagt Detlef Rädisch, Vorsitzender des mit 3000 Mitgliedern größten Oldesloer Sportvereins. Die Idee des ehemaligen Landtagsabgeordneten, rückläufigen Fördergeldern, der schlechten Sportstättensituation und der Kinderarmut mit einer Stiftung entgegenzutreten, sei innerhalb des Vereins nicht einfach durchzusetzen gewesen, aber: „Nachdem bereits vor einem Jahr mit einer Satzungsänderung die formaljuristischen Weichen für die VfL-Oldesloe-Stiftung gestellt wurden, wird nun der offizielle Gründungsakt vollzogen", so Rädisch.
Hoffnung auf weitere Stifter
Mit 5000 Euro als Stiftungseinlage des VfL werden die Stiftungserträge (Zinsen) eher bescheiden ausfallen, so dass an große Sprünge für den Sportverein noch nicht zu denken ist. „Wir hoffen natürlich auf Zustiftungen", erklärt der Vereinsvorsitzende. Für ihn ist wichtig, dass das Stiftungsvermögen immer unangetastet bleibe und dass damit die Arbeit des Sportvereins dauerhaft unterstützt werde. Ob „eine Spende statt Kränze und Grabgestecke" bei einer Beerdigung, Erbschaften oder Spenden statt unnützer Geburtstagsgeschenke für jemanden, der schon alles hat: Vieles sei denkbar, um das Stiftungsvermögen zu erhöhen. „Den Leuten ist wichtig, dass das Geld in guten Händen ist. Das ist es bei einer Stiftung. Alle Zustifter können sicher sein, dass ihr Geld für immer den VfL fördert", sagt der Vorsitzende.
"Ein gesunder Verein"
Die VfL-Oldesloe-Stiftung wurde nur als Unterstiftung der Bürgerstiftung Stormarn möglich. „Für eine Stiftung braucht man ein Startkapital von 70 000 Euro. Das haben wir natürlich nicht. Als Unterstiftung reicht eine wesentlich geringere Einlage. Wir geben 5000 Euro aus unserem Ersparten hinein", erklärt der Vorsitzende, dessen Verein vor nur wenigen Jahren knapp an der Pleite vorbeischrammte. „Dass wir wieder ein gesunder Verein sind, haben wir unserem Schatzmeister Heinz Wendt zu verdanken", ist er überzeugt. Er habe ein hartes Regiment geführt, das allerdings alle Abteilungen mitgetragen hätten.
Günstiges Sportangebot
Detlef Rädisch liegt besonders die Schaffung eines Sportangebotes für alle Bürger der Stadt am Herzen - auch solcher, die sich den Mitgliedsbeitrag nicht ohne Abstriche leisten können. „Es muss uns gelingen, ein günstiges Sportangebot aufrechtzuerhalten", fordert er. Angesichts von 60 Mitgliedsbeiträgen, die von der Arge übernommen werden, sei dies nötiger denn je. „Eigentlich kommt die Stiftung bereits zehn Jahre zu spät. Damit wollen wir für die Zukunft vorbeugen", sagt der Vorsitzende. Sein Traum sei es, irgendwann das Platzangebot für die einzelnen Sparten zu verbessern: „Doch bis dahin ist es ein weiter Weg."
Vereint unter dem Dach der Bürgerstiftung Stormarn
Eine Stiftung verfolgt festgelegte Stiftungszwecke, wobei diese ausschließlich aus den Erträgen des Stiftungsvermögens unterstützt werden. Das Vermögen selbst bleibt im Normalfall unangetastet. Ausnahmen sind Verbrauchsstiftungen, die mit begrenzter Lebensdauer angelegt werden und das Ziel haben, das Vermögen nach und nach aufzubrauchen. Man unterscheidet Förderstiftungen, die Tätigkeiten Dritter fördern, und operative Stiftungen, die zur Erfüllung des Stiftungszwecks selbst Projekte organisieren.
Die Bürgerstiftung Stormarn wurde 2007 durch die Sparkasse Stormarn gegründet und mit einem Stiftungsvermögen von 100 000 Euro ausgestattet. Konzipiert ist sie als sogenannte Dachstiftung, die Vereinen, Verbänden, Einrichtungen und Personen die Gründung einer „Stiftung in der Stiftung" ermöglichen soll. Der Stiftungszweck ist dabei die Förderung von Jugend- und Altenhilfe, Bildung und Erziehung, Kunst und Kultur, Brauchtum und Heimatpflege sowie des Sports in der Region. (Text und Foto: Petra Dreu)
Detlef Rädisch, 1. Vorsitzender des VfL Oldesloe, will mit einer Stiftung die Mitgliedsbeiträge für Kinder und Jugendliche niedrig halten.Langfristig träumt er von einer größeren Platzkapazität für die insgesamt 39 Fußball-Mannschaften Bad Oldesloes.
13.12.2011, PK
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