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„Kaltstart

Kultur

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„Kaltstart" für die Eutiner Kulturgenossenschaft

Gründungs- und erste Generalversammlung in der frostigen Opernscheune. 74 Mitglieder zeichneten Anteile für 158 000 Euro. Zusagen über weitere 56 000 Euro.


Hut ab vor allen, die rund zweieinhalb Stunden in der - mit Verlaub - saukalten Eutiner Opernscheune ausharrten, um die Gründung der Eutiner Kulturgenossenschaft auf den Weg zu bringen. Hut ab auch vor vielen, die als Gesellschafter der früheren Eutiner Festspiele Geld in den Sand gesetzt haben und dennoch vorgestern Abend Geschäftsanteile für die Genossenschaft zeichneten. „Wir haben 74 Gründungsmitglieder, die heute Abend für 158 000 Euro Anteile gezeichnet haben. Außerdem gibt es Zusagen für weitere 56 000 Euro", verkündete Volker Clausen froh. Der Betriebswirt, bis Ende April 2011 Geschäftsführer der Wohnungsbaugesellschaft Ostholstein, wurde zusammen mit dem Ingenieur Joachim Scheele zum Vorstand und verantwortlichen Leiter der Genossenschaft bestimmt.

 

Foto oben: Vorstand und Aufsichtsrat: Matthias Döring,
Herlich Marie Todsen-Reese, Volker Clausen, Helge Tesnau,
Joachim Scheele, Volker Steffens und Uwe Mielke (v.l.).

Ehrenamtlicher Aufsichtsrat

In den Aufsichtsrat - er wird ebenso wie der Vorstand ehrenamtlich arbeiten - wählten die Mitglieder auf der Gründungsversammlung, die unmittelbar in die erste Generalversammlung überging, den Tischlermeister Uwe Mielke aus Süsel, den Malermeister Matthias Döring aus Eutin, den früheren Landrat Volker Steffens, die CDU-Landtagsabgeordnete Herlich Marie Todsen-Reese aus Krummsee und Helge Tesnau aus Eutin (Geschäftsführer von Tesnau, Fachgroßhandlung für Eisen, Heizung und Sanitär). Das fünfköpfige Gremium verständigte sich auf Tesnau als Aufsichtsratsvorsitzenden und Todsen-Reese als Stellvertreterin.

 

OH_KULT_GENOSSEN_EUTIN_AnjaBereitschaft zur Mithilfe

„Die Gründung der Kulturgenossenschaft ist ein großer Schritt, um den Eutiner Festspielen eine Zukunft zu geben. Sorgen Sie mit dafür", hatte Clausen bei der Begrüßung geworben. Und die Bereitschaft der Menschen, die auf der Probebühne trotz heißen Tees und Wolldecken bibberten, mitzuhelfen, war groß. Dörte und Ludwig Beusen (früher Inhaber von Juwelier Beusen), die ehemalige Bürgervorsteherin Gudrun Kruse und ihr Mann Günther, Detlef Zinn (Dr. Pistor Augenoptik/Hörgeräte), Anja und Andreas Ebert, Inhaber der B & A Bautenschutz und Abdichtungs GmbH Göhl, sowie zahlreiche andere unterschrieben die Beteiligungserklärungen gern: aus Verbundenheit zu den Festspielen und um etwas Einmaliges für die Region zu erhalten, erklärten sie übereinstimmend.

 

Als „Eutiner Urgestein" wollte Anja Ebert
unbedingt einen Genossenschaftsanteil erwerben.


 

OH_KULT_GENOSSEN_EUTIN_Zinn"Den Eigenanteil hoch bekommen"

Das Ziel der Genossenschaftsgründung sei klar definiert, stellte Hartmut Bödecker, Rechtsanwalt beim Genossenschaftsverband Nord und Versammlungsleiter, am Montagabend noch einmal heraus: der Erwerb von Opernscheune, Inventar und Tribüne. „Wir wollen versuchen, den Eigenanteil so hoch zu bekommen, dass wir möglichst wenig finanzieren müssen", sagte Clausen. Dazu solle auch die Stadt in die Pflicht genommen werden: „Wir haben den Antrag gestellt, dass sie sich mit einer Einlage von 100 000 Euro an der Genossenschaft beteiligen möge", so Clausen. Über dieses Anliegen beraten die Fraktionen derzeit intern. Mit gemischten Gefühlen, heißt es. Eine Fortsetzung von etwaigen Befangenheiten, die entstehen könnten, wenn die Stadt Anteile erwirbt, müsse unter allen Umständen vermieden werden.

Der Eutiner Geschäftsmann Detlef Zinn
zeichnete gleich zehn Anteile.



OH_KULT_GENOSSEN_EUTIN_OpernscheuneEin landesweites Informations- und Schulungszentrum?

Die Kulturgenossenschaft setze auch in anderer Hinsicht auf die Stadt, erklärte Vorstand Clausen: „Die Wahrscheinlichkeit, dass die neue Jugendherberge nebenan gebaut wird, ist groß. Damit wäre vieles möglich." Die Opernscheune könne zum landesweiten Informations- und Schulungszentrum für kulturelle Veranstaltungen werden, entwarf er ein Zukunftsszenario. Man müsse jetzt sehen, wie viel Eigenkapital zusammenkomme und was für die Immobilie verlangt werde. „Über den Preis werden wir hart mit dem Insolvenzverwalter und dem Hauptgläubiger, der Sparkasse Holstein, verhandeln müssen. Es ist auch immer noch möglich, dass es zu einer Zwangsversteigerung der Opernscheune kommt", sagte Volker Clausen.

 

Rund 80 Interessierte ließen sich in der Opernscheune
von Volker Clausen und Hartmut Bödecker (r.)
die Gründungsmodalitäten erläutern.

 

Satzung im Internet

500 Euro kostet ein Geschäftsanteil an der Eutiner Kulturgenossenschaft. Es besteht weiterhin die Möglichkeit, einen oder mehrere Anteile zu zeichnen. Die erforderlichen Unterlagen liegen in der Druckerei Bogs, Schlossstraße 5 - 7 in Eutin, aus.

 

 

Unter www.wv-eutin.de kann die Satzung im Internet eingesehen werden.

Weitere Informationen zur Kulturgenossenschaft erteilt Vorstand Volker Clausen,

erreichbar unter Telefon 045 04/37 11 oder per E-Mail unter Diese E-Mail-Adresse ist gegen Spambots geschützt! JavaScript muss aktiviert werden, damit sie angezeigt werden kann.

 




(Text und Fotos: Ulrike Benthien)

 


 

 

 

13.02.2012, PK

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