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Schätze in den Kirchen rund um Lübeck

Kultur

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Schätze in den Kirchen rund um Lübeck

Altäre, Taufbecken, Plastiken: Der Norden ist berühmt für seine sakrale Kunst

 

 

Nicht nur in Lübeck, sondern auch in der Region sind in den Kirchen kostbare und bedeutende Werke der sakralen Kunst zu finden. In Schleswig-Holstein sind allein aus dem Mittelalter mehr als 1400 Werke der Holzskulptur und Tafelmalerei erhalten, nach Einschätzung des Kieler Kunsthistorikers Uwe Albrecht „einer der beeindruckendsten Bestände Deutschlands und sogar Mitteleuropas“.

Ältestes Chorgestühl Norddeutschlands

Der aus dem 12. Jahrhundert stammende Ratzeburger Dom hat nicht nur das älteste Chorgestühl Norddeutschlands, sondern auch einen wunderbaren spätbarocken Altar. Sein gemauerter Block mit Fundamenten aus Feldsteinen wurde 1962 entdeckt. Im Innenhof steht der „Bettler“, eine Plastik von Ernst Barlach (1870-1938), die die Familie Barlach der Domgemeinde schenkte. Der Künstler verbrachte seine frühen Jahre in Ratzeburg und liegt dort begraben.

Ältester geschnitzter Altarschrein

Im Kloster Cismar in Ostholstein steht der älteste geschnitzte Altarschrein, vor etwa 700 Jahren in einer Lübecker Werkstatt gefertigt. Der gotische Flügelaltar mit seinen mehr als 120 Einzelfiguren diente zur Aufbewahrung von Reliquien und wurde in den Jahren 1991 bis 2002 aufwendig restauriert.

Vier Engel um den gekreuzigten Christus

In der St.-Petri-Kirche zu Bosau (Ostholstein) fällt vor allem das große Triumphkreuz ins Auge. Die Kirche selbst stammt aus dem 12. Jahrhundert, das Kreuz wurde um 1470 in der Werkstatt des Lübecker Malers Bernd Notke geschaffen, der unter anderem für den (im Zweiten Weltkrieg zerstörten) „Totentanz“ in der Lübecker Marienkirche verantwortlich zeichnet. An den vier Enden des spätgotischen Kunstwerks tauchen die Namen und Symbole der vier Evangelisten auf, vier Engel umgeben den gekreuzigten Christus und fangen sein Blut auf. In Bosau steht zudem einer der ältesten Flügelaltäre Ostholsteins und ein Taufstein aus dem späten 12. Jahrhundert, gehauen aus schwedischem Granit. Gegründet wurde die Kirche von Bischof Vicelin, der als Eichenholzstatue in dem Gotteshaus auch zu sehen ist.

Taufstein aus dem späten 12. Jahrhundert

Prachtvoll ist auch der aus dem 16. Jahrhundert stammende Schnitzaltar in der Marienkirche in Bad Segeberg. Er hat nach Angaben der Deutschen Stiftung Denkmalschutz neben dem Bordesholmer Altar den größten und bedeutendsten Altaraufsatz im Lande. In der St.-Marien-Kirche in Gudow findet sich ein Taufstein aus gotländischem Marmor aus dem späten 12. Jahrhundert.

Taufbecken aus dem Jahr 1391

In der Nikolaikirche in Burg auf Fehmarn steht ein bronzenes Taufbecken aus dem Jahr 1391. Sehenswert sind dort auch der dreiflügelige Hauptaltar aus dem 14. Jahrhundert und der Blasius-Altar von 1513. Letzterer wird dem „Meister des Schlutuper Altars“ zugerechnet, einem unbekannten Schnitzer, der um die Wende zum 16. Jahrhundert eine Werkstatt in Lübeck betrieben hat und benannt ist nach dem Schlutuper Sippenaltar im St.-Annen-Museum. Er soll auch für mehrere Altäre in Schweden und Finnland verantwortlich sein. (Text: int, Foto: Colschen)


Foto oben: Vor 700 Jahren in Lübeck gefertigt: Altar im Kloster Cismar.

14.02.2012, PK

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