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"Wir sind die Verwandten von Mitt Romney"

Von Eckhorst bis Washington: Die Familie des möglichen US-Präsidentschaftskandidaten stammt aus Ostholstein.

 

 

„Eigentlich ist Mitt Romney ja ein Holsteiner Jung'", scherzt Landwirt Nico Wilcken. Er und der US-Präsidentschaftsanwärter haben eines gemeinsam: Sie stammen von der gleichen Familie ab - den Wilckens aus Eckhorst.


Foto oben: Familientradition: Gerd (l., 65) und
Sohn Henrik Wilcken (41) aus Bad Schwartau zeigen den
Stammbaum der Familie, der bis in das 17. Jahrhundert zurückreicht.

 

Ausgewandert vor 150 Jahren

Der Ur-Ur-Großvater Mitt Romneys - Carl Heinrich Wilcken - wanderte vor rund 150 Jahren als junger Mann aus dem beschaulichen Dorf Eckhorst (Kreis Ostholstein) in die USA aus. Als Charles Henry begann er dort ein neues Leben und gründete eine Familie. Aus ihr ging auch der Zweig der Romneys hervor, die in den letzten Jahrzehnten bekannte US-Politiker hervorbrachten. Der jüngste von ihnen - Mitt Romney - strebt nun den wohl bekanntesten Job der Welt an: Präsident der Vereinigten Staaten von Amerika.

Verwandt mit dem möglichen Präsidenten

„Dann wären wir mit dem Präsidenten der USA verwandt. Das wär' schon lustig", findet Gerd Wilcken aus Bad Schwartau. Auch er gehört zur großen Wilcken-Sippe und ist sehr an seinen Verwandten aus Übersee interessiert. Sein Ur-Ur-Großvater war der Bruder von Carl Heinrich. Mitt Romney und Gerd Wilcken sind somit Cousins vierten Grades. „Das ist zwar keine enge Verwandtschaft - aber immerhin."

Kein Kontakt

Kontakt zu dem in den Staaten lebenden Familienzweig gibt es jedoch keinen. Die Versuche von Mitt Romneys Vater George Wilcken Romney, bei einem Deutschlandbesuch in den 60er Jahren über das Auswärtige Amt Kontakt zu seinen im Norden lebenden Verwandten aufzunehmen, verliefen im Sande. „Meine Oma Hilde wollte das damals nicht", berichtet Nico Wilcken. „Sie hatte wohl Angst, dass Teile der Familie dann auch nach Amerika auswandern und niemand den Hof hier weiterführt."

 

 

NORD_ROMNEY_NicoNicht weit gekommen

Mittlerweile ist man bei den Wilckens wieder sehr daran interessiert, Kontakt zu den Verwandten aus Übersee herzustellen. Nico Wilckens Schwester Marion Junge hatte bei einer USA-Reise in den 90er Jahren bereits einmal einen Versuch gewagt. Sie ist mit ihren Nachforschungen allerdings nicht weit gekommen.

 

Nico Wilcken (37)

 

Nico und Vater Klaus Wilcken wollen nun noch einmal einen Anlauf starten. Sie wollen in Kirchenarchiven, im Internet und auch im Auswandererhaus in Bremerhaven nach Spuren ihrer Verwandten suchen. Sie haben sogar einen Chronisten beauftragt, um die Geschichte der großen Familie und der verschiedenen Zweige so gut es geht nachzuzeichnen. „Vielleicht schaffen wir es ja, Kontakt zu unserer Verwandtschaft in den USA herzustellen", hofft Klaus Wilcken.

Keine Reaktion

Auf eine E-Mail-Anfrage der Redaktion hat das Büro Mitt Romneys bisher nicht geantwortet. Jetzt will es Klaus Wilcken noch einmal selbst versuchen. Über eine mögliche Familienzusammenkunft wird bei den Wilckens schon gescherzt. „Wir planieren dann den Acker für die Airforce One", sagt Nico Wilcken.

 

Der Präsidentschaftskandidat

Der Republikaner Mitt Romney wurde 1947 in Detroit (Michigan) geboren. Zwischen 2002 und 2007 war Romney Gouverneur des US-Bundesstaates Massachusetts. Er ist der Sohn von George W. Romney, der Gouverneur von Michigan und Minister in der Regierung Richard Nixons war. Im Vorwahlkampf der Republikaner, in dem der Gegner Barack Obamas ermittelt wird, tritt Mitt Romney gegen Rick Santorum, Newt Gingrich und Ron Paul an. Bereits 2008 trat Romney bei den Vorwahlen der Republikaner an, verabschiedete sich jedoch recht schnell aus dem Vorwahlkampf. Damals machte John McCain das Rennen, der dann die Wahl gegen Barack Obama verlor.

 

(Text: Lucas Braun, Fotos: Maxwitat)

 

 

 

13.02.2012, PK

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