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XXL-Figuren für den neuen Kaufhof

Kultur

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XXL-Figuren für den neuen Kaufhof

Der Lübecker Bildhauer Sven Schöning schafft 13 lebensgroße Bronzeskulpturen. Sie sollen am umgebauten Kaufhof auf Marli stehen. Ein Großprojekt, das langen Atem und viel Disziplin braucht.


Sie ziehen die Blicke der Passanten auf sich: die lebensgroßen Figuren, die im Schaufenster der Wahmstraße 38 sitzen oder stehen. "Die Wartenden" hat Maler und Bildhauer Sven Schöning sie genannt. Er selbst hat derzeit keine Zeit, auf irgendwen oder irgendwas zu warten, denn der 46-jährige Künstler, der zunächst zwei Jahre zur See fuhr, dann zwei Jahre Physik studierte und sich schließlich der bildenden Kunst zuwandte, arbeitet an einem Großauftrag für die Wohnungsbaugenossenschaft Neue Lübecker. Bis Ende nächsten Jahres sollen die 13 lebensgroßen Bronzefiguren fertig werden, die vor dem neuen Kaufhof auf Marli aufgestellt werden. "Miteinander" heißt die Personengruppe aus Männern, Frauen und Kindern.

Bewohnt von wechselnd großen Figuren

Sein Atelier Freie Kunst in der Wahmstraße, das der gebürtige Hamburger, der vor zehn Jahren nach Lübeck kam, im August vergangenen Jahres bezogen hat, ist derzeit bewohnt von stets unterschiedlichen Figuren. Die ersten drei sind bereits umgezogen in die Gießerei in Straubing bei München, wo sie in einem aufwendigen Verfahren in Bronze gegossen werden. Momentan arbeitet er in der Wahmstraße an einer sitzenden Frau, einem im Gespräch leicht vornüber gebeugten Mann sowie einem weiteren Mann, der sich über eine Brüstung lehnt und den unten Stehenden den Weg zum Service-Center weist. Immer wieder legt Sven Schöning Hand an die Tonfiguren, wozu es Wasser braucht, damit der Ton geschmeidig bleibt.

"Ich habe alles im Kopf"

Eine Skizze hingegen braucht Schöning nicht. "Das hab' ich alles im Kopf", sagt er. Das Einzige, was er vor dem Bau von Gerüsten und dem Aufbringen des Tons gefertigt hatte, waren kleine Wachsmodelle. "Aber die Figuren habe ich längst schon wieder verändert, die sehen jetzt ganz anders aus. " Aussehen sollen sie vor allem realistisch, wie die Menschen, die tagtäglich am Atelier vorbei gehen oder die Schöning auf Marli beobachtet. "Es soll eine Identifizierung und eine Art Interaktion zwischen den Figuren und ihren Betrachtern geben", sagt er. Ganz wichtig ist ihm - daher der Titel - das "Miteinander ganz normaler Menschen". Alle stünden in einer Beziehung zueinander und "erzählen eine Geschichte, die jeder Betrachter anders lesen kann".

Ausstellung in der Wahmstraße

Wer sich mit den Arbeiten von Schöning vertraut machen möchte, hat derzeit bei Jessen Lenz, Wahmstraße 36, Gelegenheit dazu, denn hier zeigt der Künstler seine "Wartenden" sowie Selbstporträts.


Foto: Kritisch legt Sven Schöning immer wieder
Hand an die lebensgroßen Ton-Skulpturen, die
später
mit Silikon und Kunststoff abgeformt werden,
bevor sie in die Gießerei nach Straubing gehen.



08.06.2011, PK

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