Qualitätskontrolle bei Weihnachtsbäumen
Erste oder zweite Wahl? 50 000 Bäumen wird derzeit auf Gut Glasau auf die Nadeln geguckt. Die schönsten Bäume werden teuer.
Glasau - Mit dem Tacker in der Hand und bunten Papierstreifen in den Westentaschen ziehen Soren Willadsen und sein Kollege Allan Lohndorf durch ein Feld kleiner Nordmanntannen in Glasau. Mit jedem Klick bekommt eine weitere Tanne einen bunten Zettel um die Spitze getackert. Sie markieren die Qualität der Bäume und entscheiden über den Preis, den Grossisten und letztlich auch der Endkunde für einen Weihnachtsbaum zahlen müssen. Tendenziell werde der Preis steigen, sagt Willadsen, der seit Jahrzehnten Weihnachtsbaum-Anbauer berät.
Vier Jahrzehnte Weihnachtsbäume
Auf dem Gutsgelände in Glasau werden seit 25 Jahren Weihnachtsbäume angebaut. Symmetrie des Baumes, die Dichte der Kränze, der Zustand der Nadeln - es sind Nuancen, die zwischen einer A-Klasse, der höchsten Qualität, einem B-Baum und unklassifizierten Tannen entscheiden.
Sören Willadsen präsentiert einen mehr als zwei Meter hohen A-Baum. Die Nordmanntannen werden auch ins Ausland verkauft.
Alpha-Baum gesucht
Mit Stolz deutet Willadsen auf einen großen Baum mit pinkfarbenem Zettel an der Spitze. „Ein A-Baum, der über zwei Meter groß ist“, erklärt der 44-Jährige. Viel Pflege sei dafür nötig. Zwei bis drei Mitarbeiter des Gutes seien das ganze Jahr nur damit beschäftigt, die Bäume in Form zu schneiden. Dabei werden gezielt einzelne Äste entfernt, um das Wachstum zu beeinflussen. Der Baum soll langsamer wachsen, vor allem nicht zu sehr in die Breite. „Ein schöner Baum soll nicht breiter als höher sein“, sagt Willadsen.
Vögel und Wild sind Feinde
Eine abgebrochene Spitze, etwa verursacht durch Vögel, zählt drei Fehlerpunkte. „Vögel sind die teuersten Feinde von Weihnachtsbäumen“, sagt Willadsen. Wildschäden seien auch ein Problem, aber die könnten oft durch Reparaturschnitte gerettet werden.
1,75 Meter sind ideal
Die am meisten nachgefragten A-Bäume über 1,75 Meter seien knapp, so Willadsen. Auch 1,50er A-Bäume gebe es nicht reichhaltig. Seit einigen Jahren stiegen deshalb die Preise. Willadsen rechnet dieses Jahr wieder mit Preiserhöhungen bis zu zehn Prozent für diese Bäume. Er befürchtet, dass Kunden deshalb bald auf niedrige Qualitäten ausweichen: „Das Limit ist erreicht.“
23.09.2011, PK
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