Vorsicht: giftige Pflanzen!
Pflanzen, die uns im Garten und als Zimmerschmuck erfreuen, können giftig sein. Kindern bringt man am besten bei: Nur gucken, nicht essen!
Stechpalme
Die Stechpalme (Ilex aquifolium), beliebt als Dekoration in der Weihnachtszeit, hat zweihäusig verteilte Blüten, das heißt es gibt „Männchen" und „Weibchen". Im Garten muss man mindestens ein männliches Exemplar in die Nähe pflanzen, um an weiblichen Pflanzen die schönen roten Beeren (eigentlich Steinfrüchte) zu erhalten. Diese haben einen hohen Zierwert, da sie meist bis zum Frühjahr am Baum oder Strauch hängen bleiben. Die „Beeren" und Blätter sind giftig und wurden früher medizinisch für verschiedene Zwecke genutzt. Die Früchte sind Nahrungsquelle für über zehn verschiedene Vogelarten. Die Pflanze eignet sich als geschützter Nistplatz. Wildwachsende Stechpalmen sind bei uns besonders geschützt.
Die weibliche Stechpalme trägt rote Früchte. Die Pflanze ist ein beliebter Schmuck in der Weihnachtszeit.
Blauer Eisenhut
Der schöne Blaue Eisenhut gilt als die gefährlichste Giftpflanze in Mitteleuropa. Alle Pflanzenteile sind sehr giftig, das meiste Gift (Aconitin) steckt in Wurzeln und Samen. Die Giftstoffe werden über die Haut aufgenommen, so dass bereits beim Pflücken der Pflanze Symptome auftreten können. Typische Vergiftungssymptome wie Ausschlag, Übelkeit, Sehstörung, Durchfall, Herzrhythmusstörungen oder Krämpfe treten nach 10 bis 20 Minuten auf. In schweren Fällen kommt es zu Lähmungen und Kreislaufstillstand.
Engelstrompete
Wir kennen sie als Kübelpflanze auf Balkonen und Terrassen, im Sommer wird sie oft in den Garten ausgepflanzt. Die Pflanze hat große glockenförmige Blüten, die vor allem nachts stark duften. Alle Pflanzenteile sind giftig, deshalb sollte man beim Zurückschneiden der Pflanzen vorsichtig sein. Durch die Berührung können Hautrötungen auftreten und sich die Pupillen erweitern.
Tollkirsche
Das Gift steckt in allen Teilen der Staude, besonders aber in den Samen und reifen Früchten, den süßlich schmeckenden schwarzen Beeren. Schon in der europäischen Steinzeit wurde die Substanz als Pfeilgift verwendet. In Kriegen wurde damit Wein vergiftet, um so den Gegner zu töten oder zu narkotisieren. Im Mittelalter diente der Beerensaft als Schminkmittel. In dem späteren Zeitverlauf galt es für die Damenwelt als besonders adrett, große Pupillen zu haben. Deswegen wurden Säfte der Pflanze in die Augen geträufelt. Die damit verbundenen Sehstörungen wurden für die Schönheit gern in Kauf genommen.
Eibe
Sie wächst als immergrüner Zierstrauch in Gärten und Parks. Auf Kinder wirken die im Sommer reifenden roten Früchte manchmal verlockend: Der rote Samenmantel ist dabei völlig harmlos, aber die grünen Nadeln und die zerbissenen Samen enthalten ein Gemisch von verschiedenen giftigen Substanzen. Sie reizen Magen und Darm, können lähmend auf das Atemzentrum wirken und Herzrhythmusstörungen auslösen.
Herbstzeitlose
Sie treibt von August bis Oktober ihre rosafarbene bis hellvioletten Blüten aus der Erde. Die trichterförmige Blüte scheint auf einem Stiel zu sitzen, der aber in Wirklichkeit die Blütenröhre darstellt, die aus einer Zwiebelknolle entspringt. Die Herbstzeitlose enthält das Gift Colchicin, das Ähnlichkeiten mit Arsen aufweist. Da die Herbstzeitlose häufig auf Weiden wächst, besteht für Kinder eine besondere Gefahr, wenn sie mit der Pflanze spielen. Die gesamte Pflanze ist giftig, besonders aber die Samen und die Knolle.
Goldregen
Wie Trauben hängen die gelben Blüten von diesem Zierstrauch, der bis zu sechs Meter hoch werden kann. Die Blüten und die Hülsen mit dem Samen gehören zu den giftigen Teilen. Schwere Vergiftungen sind zum Glück jedoch selten, da der Verzehr von Goldregen zu starkem Erbrechen und Durchfall führt und die Giftaufnahme dadurch gering bleibt.
Alle Teile, aber vor allem die Samen des Goldregens sind giftig.
Pfaffenhütchen
Das Auffällige an diesem sommergrünen Strauch, auch Spindelstrauch genannt, sind seine Früchte - vierteilige rote Kapseln mit orangefarbenen umhüllten Samen. Die Fruchtkapsel ähnelt einem Kardinalshut. Diese macht die Pflanze attraktiv, aber auch gefährlich, vorausgesetzt, man „nascht" davon. Denn vor allem die Samen, aber auch die Blätter und die Rinde des Pfaffenhütchen, sind giftig. Der Verzehr von wenigen Samen kann Übelkeit, Bauchschmerzen, Erbrechen oder Durchfall auslösen.
Wunderbaum
Er ist auch als Rizinus bekannt und steht im Sommer draußen in Rabatten. Im Kübel auf Balkon und Terrasse macht die Pflanze eine gute Figur. Die Blätter sind groß und bronzefarbig, grün oder purpurfarben. Die männlichen Blüten sind im unteren Teil der Rispe, die weiblichen im oberen Teil ausgebildet. Die Früchte können glatt oder stachelig sein. Die Samenkörner, die haselnussartig schmecken, sind giftig - aber nur, wenn man sie intensiv zerkaut. Sie enthalten Rizin, eines der stärksten bekannten Pflanzengifte. Das als Abführmittel bekannte Rizinusöl wird aus den Samen des tropischen Wunderbaumes gewonnen. (Text: Dorothea Kurz-Kohnert, Fotos: fotolia, Archiv (2))
Der Wunderbaum ist besser bekannt als Rhizinus.
21.11.2011, PK
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