Thema Kompost - Fragen und Antworten
Im Herbst fallen viele Gartenabfälle an. Aus den organischen Abfällen entsteht durch Kompostieren wertvoller Pflanzendünger. Zum „braunen Gold“ die wichtigsten Fragen und Antworten.
Was brauche ich zum Kompostieren?
Sie brauchen einen Platz im Garten, der groß genug ist für drei Komposthaufen. In einem Behälter werden die Abfälle gesammelt, einen zweiten nutzen Sie, damit der erste Haufen reifen kann und einen dritten brauchen Sie zum Umschichten oder Umsetzen. Behälter aus Lattenrosten oder aus Metall sind geeignet, die Sie im Baumarkt bekommen.
Ist der Standort beliebig?
Nein, wählen Sie eine windgeschützte Stelle, möglichst im Halbschatten. Der Untergrund sollte ebenerdig und wasserdurchlässig sein, denn Staunässe verhindert die Luftzirkulation und die Einwanderung der Bodenlebewesen in den Kompost.
Was darf auf den Kompost?
Abfälle aus dem Garten: Pflanzenreste, Baum- und Strauchschnitt, trockenes Laub, welker Rasenschnitt - nur dünne Schichten - Nadeln und Moose.
Aus der Küche: Tee und Kaffee mit Filterpapier, zerkleinerte Eierschalen, Küchenpapier, Obst, Bio-Zitrusschalen, Kartoffelschalen, Gemüsereste.
Ungeeignet sind gekochte Essensreste, Kohleasche, Fette und Öle. Tabu sind Katzenstreu (wegen der Parasitenübertragung) und Staubsaugerbeutel wegen der Schwermetallbelastung. Dass Zigarettenkippen, Metalle, Glas, Kunststoffe, Batterien, Lacke, Farbreste, Medikamente, Chemikalien, Pampers, Milch- und Saftpackungen nicht auf den Kompost gehören, versteht sich eigentlich von selbst.
Kann man auch Rasen und Laub kompostieren?
Laubabfälle sollten Sie am besten vor dem Sammeln am Boden mit dem Rasenmäher zerkleinern oder häckseln, damit die Blätter im Komposter keine luftdichte Schicht ausbilden und die Bakterien eine möglichst große Angriffsfläche haben. Auch hier gilt: Laub immer mit Häckselgut vermischen.
Frischer feuchter Rasenschnitt deckt den Kompost luftdicht ab, verhindert jeglichen Sauerstoffzutritt und führt zu raschem Schimmel und Fäulnis. Daher am besten nach dem Mähen den Rasenschnitt trocknen lassen und dann auf den Kompost geben. Auf jeden Fall Rasenschnitt nur im Wechsel mit Häckselgut schichtweise aufbringen.
Was passiert eigentlich beim Kompostieren?
Zwei bis drei Tage nach dem Aufbau des Komposthaufens werden Kleinlebewesen aktiv und setzen die Verrottung der Abfälle in Gang. An dem Abbau- und Umbauprozess sind eine Vielzahl verschiedener Organismen beteiligt: Bakterien, Algen, Pilze, Würmer und Asseln. Wichtig ist, dass der Kompost gleichmäßig feucht ist, denn Rotteprozesse ohne Wasser funktionieren nicht. Trockenes Material sollten Sie wässern.
Test: Greifen Sie eine Handvoll Erde heraus und pressen Sie sie zusammen. Die Masse sollte die Feuchtigkeit eines nassen Schwamms haben.
Was unterscheidet diese Methode vom Thermokomposter?
In einem Thermokomposter hält sich die Wärme gut, der Rottevorgang unterbricht nicht (teilweise nicht einmal im Winter), der Kompost ist schneller fertig und man braucht weniger Platz.
Wichtig ist, verschiedene Abfälle gut zu vermischen, sonst kann es zu unangenehmen Gerüchen kommen!
Daran schnuppert man gerne: Reifer Kompost riecht wie frische Walderde. Die sogenannte „Verrottung“ ist nach zehn bis zwölf Monaten abgeschlossen - aus Abfällen wird „braunes Gold“.
Komposthaufen: So wird er aufgebaut
-
Bedecken Sie den Gartenboden mit grobem luftdurchlässigem Material wie Reisig, Strauch- und Baumschnitt oder Holzhäcksel. Auf dieser ersten Schicht, die der Luftzufuhr dient, bauen Sie den Komposthaufen auf.
- Das Material sollte immer miteinander gemischt sein: gröbere mit feineren, trockene mit feuchten Abfällen.
-
Wenn Sie sogenannte „Unkräuter“ auf den Kompost geben wollen, platzieren Sie sie möglichst in der Mitte des Haufens, da hier die Temperatur am höchsten ist - sie erreicht dort bis zu 70 Grad Celsius - das heißt, die Umsetzungsgeschwindigkeit ist hier am schnellsten. Die Hitze zerstört die Keimkraft der Samen. Vorbeugend sollten aber die Samen von besonders hartnäckigen Unkräutern wie Vogelmiere, Franzosenkraut, Wurzelreste von Quecke und Giersch besser in der Mülltonne landen. (Fotos: Archiv, Tim Jelonnek)
Foto ganz oben: Drei Behälter am Kompostplatz sind ideal: einer ist für die aktuell anfallenden Abfälle, einer fürs Umsetzen, einer zum Reifen.
02.11.2011, PK
|