Lebensraum für Vögel im Winter
Singvögel im winterlichen Garten sind nicht nur schön zu beobachten, sondern auch sehr nützlich: Sie fressen unerwünschte Insekten und tragen so zum Schutz der Pflanzen bei.
Ein gut geplanter, abwechslungsreich gestalteter Garten kann zu einem besonderen Refugium für heimische Tiere werden, die dort das ganze Jahr über Schutz und Nahrung finden. Sträucher mit Dornen beispielsweise bieten kleinen Tieren sichere Rückzugsmöglichkeiten, Gehölze mit quirlartig stehenden Ästen sind eine gute, stabile Grundlage für den Nestbau und beerentragende Pflanzen wie Sanddorn (Hippophae), Vogelbeere (Sorbus) oder verschiedene Stechpalmensorten (Ilex) sind geeignet, Singvögel in der kalten Jahreszeit in den Garten zu locken.
Vielseitige Eibe
Dichtverzweigte, immergrüne Laub- und Nadelgehölze sind aus gestalterischer Sicht von großer Bedeutung, denn sie sind ein ganzjähriger Sichtschutz und verleihen dem Garten auch im Winter Struktur. Für Vögel und andere heimische Tiere sind diese Gehölze ebenfalls wichtig, denn sie bieten ihnen auch im Winter Schutz. Die Gewöhnliche Eibe (Taxus baccata) ist ein immergrünes Nadelgehölz, das gleich in mehrfacher Hinsicht für Vögel von großem Wert ist: Es bietet Nistmöglichkeiten und die leuchtend roten Früchte werden gerne gefressen. Die Samen in den Früchten sind zwar giftig, da sie jedoch von den Vögeln wieder ausgeschieden werden, schaden sie ihnen nicht. Eiben sind pflegeleichte Gehölze, die sehr schnittverträglich sind. Sie werden darum schon seit langem gerne für Hecken und den Formschnitt verwendet. Die Höhe kann stark variieren, sowohl niedrige, nur 60 bis 100 cm hohe Hecken als auch zwei Meter hohe, nicht überschaubare grüne Wände lassen sich aus Eiben formen. Wegen ihrer immergrünen, dunklen Nadeln sind sie ein schöner, kontrastreicher Hintergrund für hellere Pflanzen, zum Beispiel zu gelblaubigen Gehölzen oder Stauden mit weißen Blüten. Von der Gewöhnlichen Eibe gibt es eine Vielzahl an Sorten, manche haben sogar gelbgrüne Nadeln. Die Wuchsform der Eiben variiert stark: Vom Bodendecker über breit ausladende Sträucher wie die Adlerschwingen-Eibe bis hin zu markanten, von Natur aus säulenförmig wachsenden Pflanzen reicht das Sortiment. Diese Vielfalt bietet eine Fülle an Gestaltungs- und Verwendungsmöglichkeiten.
Rot-Buchen: extrem schnittverträglich
Die Rot-Buche (Fagus sylvatica) ist wie die Gewöhnliche Eibe in Europa heimisch. Sie ist weit verbreitet und kann oft als eindrucksvoller, mächtiger Parkbaum bewundert werden. Doch die Rot-Buche lässt sich auch niedrig halten und mit der Schere in Form bringen. Durch regelmäßiges Schneiden kann sie zu robusten, dichten Hecken von etwa 1,5 bis 4 Metern Höhe herangezogen werden, die gut vor starkem Wind schützen. Die Blätter, die sich im Herbst leuchtend gelb bis rotbraun färben, bleiben auch über Winter an den Zweigen. So bieten sie auch noch in der kalten Jahreszeit einen gewissen Schutz vor neugierigen Blicken und brechen den Wind. In der Eifel, in der Region um Monschau, gibt es mächtige, zum Teil schon Jahrhunderte alte Hecken aus Rot-Buchen, die die Häuser in der sonst an Bäumen armen Region vor starkem Wind schützen. In manche dieser eindrucksvollen Buchen-Hecken sind sogar Torbögen oder Fenster geschnitten.
Besondere Laubgehölze
Die Wintergrüne Eiche (Quercus x turneri 'Pseudoturneri') ist eine Besonderheit im Eichensortiment, denn sie wirft ihre Blätter im Herbst nicht ab. Sie ist wintergrün, das heißt die Blätter bleiben den Winter über am Baum und verlieren sich erst im Frühjahr durch den Neuaustrieb. Die langsam wachsende, nur bis etwa acht Meter hohe Eiche bildet schöne, dichte Kronen und hat feste, fast ledrige, matt dunkelgrün glänzende Blätter. Mit ihrer dichten Belaubung bietet sie Vögeln auch in der kalten Jahreszeit einen guten Schutz. Dieser kleine Baum oder große Strauch benötigt einen warmen, vor Wintersonne und austrocknendem Wind geschützten Standort. Ebenfalls eine Besonderheit: die Lorbeerkirsche (Prunus laurocerasus), auch Kirschlorbeer genannt. Diese Ziersträucher sind eng mit den Blütenkirschen verwandt, doch anders als diese behalten sie ihr Laub auch im Winter. Der deutsche Name geht darauf zurück, dass die zumeist stark glänzenden dunkelgrünen Blätter in ihrer länglichen Form denen des Echten Lorbeerstrauches ähneln. Im Frühjahr erscheinen kleine, cremefarbene Blüten, die dicht an dicht in langen, aufrechten Blütenkerzen stehen. Es gibt viele Lorbeerkirschen-Sorten, die sich unter anderem durch ihre Wuchsform und ihre Höhe unterscheiden. Sie bieten deshalb auch unterschiedliche Verwendungsmöglichkeiten. Flachwachsende Lorbeer-Kirschen sind zum Beispiel schöne Bodendecker und viele aufrechte Sorten eignen sich für dichte, immergrüne Hecken.
Text: Grünes Presseportal / Fotos: Grünes Presseportal (3), Fotolia - axepe
28.12.2011, OS
|